Verheerende Anschläge auf Bali
Noch keine heiße Spur

Auch eineinhalb Tage nach den verheerenden Anschlägen auf der indonesischen Ferieninsel Bali mit mindestens 187 Toten rätselten die Behörden über die Drahtzieher. Bis zum Montagmorgen bekannte sich niemand zu den Bombenattentaten. Auch wurde nichts über Festnahmen bekannt.

HB/dpa KUTA/SYDNEY/BERLIN. Unter den Toten ist mindestens eine deutsche Frau. Australische Medien berichteten am Montag (Ortszeit), dass noch 220 Australier auf Bali vermisst würden. Die indonesische Präsidentin Megawati Sukarnoputri hatte von 332 Verletzten gesprochen. Bei den meisten Toten handelt es sich um junge Australier und andere westliche Touristen. Nach den Anschlägen versuchten viele Urlauber, die Insel schnellstmöglich zu verlassen.

Die australische Regierung sprach von einem gezielten Terroranschlag gegen westliche Urlauber. Die Drahtzieher hätten möglicherweise Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida von Osama bin Laden, sagte Außenminister Alexander Downer. Hinter den Anschlägen könnte die militante indonesische Moslemorganisation Jemaah Islamiah stecken. Bundesaußenminister Joschka Fischer bezeichnete die Vermutung, dass das El-Kaida-Netzwerk dafür verantwortlich sei als Spekulation, "die ich nicht bestätigen kann".

Die deutsche Frau, die bei den Anschlägen starb, habe auf Bali gelebt, teilte das Auswärtigen Amt in Berlin mit. Zudem würden 10 weitere Deutsche vermisst. Es müsse davon ausgegangen werden, dass möglicherweise noch mehr Deutsche unter den Todesopfern sind. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes sind mindestens 8 Deutsche in Krankenhäuser gebracht worden. Darunter waren 6 Schwerverletzte, von denen 3 schon nach Australien ausgeflogen worden seien. Zwei Verletzte aus seien schon aus den Kliniken entlassen worden.

Ein indonesischer Polizeisprecher sagte, die Todesopfer seien wegen der starken Verbrennungen sehr schwer zu identifizieren. Bislang seien nur die Identitäten von 27 der Toten festgestellt worden. Dabei handele es sich um neun Indonesier, acht Australier, fünf Singapurer, zwei Briten, und jeweils ein Todesopfer aus Deutschland, Ecuador und den Niederlanden. Die indonesischen Behörden kündigten eine Verstärkung der Sicherheitsvorkehrungen vor Botschaften sowie weiteren möglichen Terrorzielen im Land an.

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