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Verheugen: Europa muss auf USA zugehen

EU-Kommissar Günter Verheugen hat die europäischen Regierungen aufgerufen, nach der Wiederwahl von US-Präsident George W. Bush auf die USA zuzugehen. Das Wahlergebnis zwinge dazu, das partnerschaftliche Verhältnis wieder zu verbessern.

dpa BERLIN. EU-Kommissar Günter Verheugen hat die europäischen Regierungen aufgerufen, nach der Wiederwahl von US-Präsident George W. Bush auf die USA zuzugehen. Das Wahlergebnis zwinge dazu, das partnerschaftliche Verhältnis wieder zu verbessern.

Das sagte Verheugen der "Berliner Zeitung". "Es hat ja keinen Sinn, wenn die Europäer noch vier Jahre schmollend in der Ecke sitzen." Verheugen widersprach zugleich Überlegungen, jetzt Konzepte einer europäischen Gegenmacht zu den USA zu verfolgen. Ein solches Modell sei in der EU nicht mehrheitsfähig. Außerdem könnten die USA und Europa die internationalen Sicherheitsrisiken nur gemeinsam bewältigen.

Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) schloss auch nach Bushs Wiederwahl den Einsatz deutscher Soldaten im Irak aus. "Es gibt keine Beteiligung deutscher Soldaten im Irak, und es wird sie auch in Zukunft nicht geben", sagte Struck der "Passauer Neuen Presse". Die deutsch-amerikanischen Beziehungen seien aber nach den Irritationen über den Irak-Krieg auf einem guten Weg.

Der CDU-Außenexperte Ruprecht Polenz sieht Chancen für eine grundlegende Verbesserung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses. Dafür müssten sich beide Seiten bewegen, sagte Polenz am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Berlin Mitte". Amerika sei für Deutschland "so wichtig, das wir uns auf jeden Präsidenten einstellen müssen". Polenz räumte ein: "Mit Bush ist eine Hypothek da." Mit dem demokratischen Kandidaten John Kerry wäre ein Neubeginn leichter gewesen. "Wir müssen jetzt nach vorne sehen", betonte Polenz.

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