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Verhöre in US-Folter-Verfahren in Mannheim

Das US-Militär will in der kommenden Woche in Mannheim mehrere beschuldigte Soldaten zum Folterskandal im irakischen Gefängnis Abu Ghoreib verhören. Die Anhörungen der vier Militärpolizisten am Montag und Dienstag sei allerdings eine noch einmalige juristische Begebenheit.

dpa MANNHEIM. Das US-Militär will in der kommenden Woche in Mannheim mehrere beschuldigte Soldaten zum Folterskandal im irakischen Gefängnis Abu Ghoreib verhören. Die Anhörungen der vier Militärpolizisten am Montag und Dienstag sei allerdings eine noch einmalige juristische Begebenheit.

Das betonte ein Sprecher des US-Militärs in der Taylor-Kaserne. Alle weiteren Phasen des Verfahrens sollten vorerst in Bagdad bleiben. Grund für die zweitägige Verlegung der Anhörungen nach Mannheim seien Sicherheits- und Kostenbedenken der Rechtsanwälte gewesen, hieß es weiter.

Dem Soldaten-Quartett werden unter anderem Misshandlungen, tätliche Angriffe, Nötigung und Verschwörung vorgeworfen. Die Anhörungen sind nach US-Strafprozessrecht Teil des Vorverfahrens. Es soll geklärt werden, ob die Beweise für die Eröffnung eines Prozesses vor einem Militärgericht ausreichen. In den Mannheimer Anhörungen können bereits Zeugen befragt und von Anklägern und Verteidigern Beweisanträge eingebracht werden.

Der Folterskandal von Abu Ghoreib hatte im April weltweit für Aufsehen und Empörung gesorgt. Damals waren Fotos an die Öffentlichkeit gedrungen, die US-Militärpolizisten bei der Misshandlung und sexuellen Nötigung von irakischen Häftlingen zeigten. Auf den Bildern war unter anderem auch der in Mannheim anwesende Korporal Charles Grainer in triumphierender Pose hinter einer Pyramide von aufgestapelten nackten Gefangenen zu sehen. Auch seine Freundin, die Hauptgefreite Lynndie England, präsentierte sich auf den Fotos mit einem nackten Gefangenen an einer Hundeleine.

Während sich die meisten Militärpolizisten darauf berufen, von Vorgesetzten und Angehörigen des US-Militärgeheimdienstes zu ihren Taten ermutigt worden zu sein, hatte sich der Stabsgefreite Jeremy Sivits bereits im Vorverfahren schuldig bekannt. Er war im Mai von einem Militärgericht in Bagdad zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zur Entlassung aus der Armee verurteilt worden.

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