Verhörer haben Grundrechte verletzt
Fall Jakob: Geständnisse für nichtig erklärt

Im Prozess um die Entführung und Ermordung des Frankfurter Bankierssohnes Jakob von Metzler hat der Vorsitzende Richter Hans Bachl die Geständnisse des Angeklagten Magnus Gäfgen für null und nichtig und rechtlich nicht verwertbar erklärt.

Reuters FRANKFURT. Durch die Androhung von Gewalt in der ersten Vernehmung hätten die Ermittler Gäfgens freien Willen auf verbotene Art und Weise beeinträchtigt und schwer in dessen Grundrechte eingegriffen, sagte Bachl am Mittwoch. Auch die Erkenntnisse aus späteren Vernehmungen seien nichtig, weil Gäfgen nicht belehrt worden sei, dass sein erstes Geständnis vor Gericht nicht verwertbar sei. Gäfgen kündigte für Freitag ein Geständnis an, was einen Indizienprozess vermeiden dürfe.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt Gäfgen, den Sohn der Frankfurter Bankiersfamilie von Metzler am 27. September 2002 entführt und ermordet zu haben. Anschließend soll er versucht haben, eine Million Euro von den Eltern zu erpressen. Gäfgen hatte die Entführung und Tötung des Jungen mehrfach gestanden und die Ermittler zur Leiche des Elfjährigen geführt. Als Motiv für die Tat vermutet die Staatsanwaltschaft Habgier. Der Prozess ist zunächst bis Juli terminiert.

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