Verisign soll für Sicherheit bei Microsofts Dotnet-Initiative sorgen
Microsoft will Probleme beim Instant Messager in den Griff bekommen

Das US-Software-Unternehmen Microsoft hat nach eigenen Angaben die Probleme mit der "Instant Messenger"-Funktion fast behoben. Wie Microsoft am Montag (Ortszeit) in den USA mitteilte, hätten die meisten der weltweit etwa zehn Mill. von der Funktionsstörung betroffenen Nutzer wieder Zugang dem Service. Zurzeit ist Microsoft dabei, die Messaging-Angebote auszubauen. Eine Partnerschaft mit Verisign soll die gesamte Microsoft-Software im Internet verfügbar machen.

rtr/ddp SEATTLE/REDMOND. "Instant Messaging" erlaubt das Versenden kurzer Nachrichten an Bekannte ohne Zeitverzögerung. Ein "buddy list" genanntes Adressverzeichnis zeigt dabei den Nutzern an, wer ebenfalls gerade online ist und die Nachricht so sofort empfangen kann. Seit der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag vergangener Woche waren diese Adresslisten nicht mehr verfügbar.

"Die meisten Kunden sollten jetzt wieder Zugang zu Messenger haben, aber es wird noch immer daran gearbeitet, den Service weltweit wieder herzustellen", sagte ein Microsoft-Sprecher in den USA. Auf dem Höhepunkt war nach Unternehmensangaben etwa ein Drittel der weltweit über 30 Mill. Nutzer von dem Problem betroffen. Montag Nachmittag hätten noch etwa zehn Prozent Schwierigkeiten mit Messenger gehabt, teilte das Unternehmen mit, ohne Details die Störung zu nennen. Als Ursache nannte der Sprecher eine seltene Reihe von Hardware-Fehlern.

Eine halbe Million Nutzer in Deutschland konnte nicht kommunizieren

Auch in Deutschland war etwa ein Drittel der ungefähr 1,5 Mill. der für den Service angemeldeten Nutzer von dem Problem betroffen, sagte Pressesprecher Bernhard Grander am Dienstag. Die in der "buddy list" gespeicherten Bekannten seien auch in Deutschland nicht aufrufbar gewesen, weil der Service zentral über die USA gesteuert werde. "Die buddy lists sind definitiv wieder herzustellen", sagte Grander. Zurzeit sei das Problem noch nicht ganz behoben, dies könne noch ein bis zwei Tage dauern, sagte er. Seit Freitag hat Microsoft den "Messenger"-Service auf seiner Website mehrfach aktualisiert und wiederhergestellt.

Der Ausfall beim "Messenger"-Service ist das gravierendste Problem von Microsoft seit Januar. Damals kam es zu einer Serie von technischen Fehlern. Das Internet-Angebot der Firma musste nach einem Hacker-Angriff zum Teil geschlossen werden, wovon auch der kostenlose E-Mail-Service "Hotmail" betroffen war.

Microsoft arbeitet an neuem Sicherheitskonzept

Die Probleme mit dem "Messenger"-Service treffen Microsoft zu einer Zeit, während der das Unternehmen eine neue Strategie für kostenlose Internet-Angebote ausarbeitet. Einige dieser Angebote sollen sich auch auf die Möglichkeiten des "Messaging"-Service stützen. Am Dienstag kündigte Microsoft eine Zusammenarbeit mit dem Anbieter von Sicherheits-Software Verisign an. Die Allianz soll nach Angaben von Sprechern beider Unternehmen die gesamte Software von Microsoft im Internet verfügbar machen.

Wie das Unternehmen mitteilte, soll Verisign über das Passport-System von Microsoft digitale Zertifikate ausgeben und verwalten, um die Sicherheit von Geschäften über das Netz zu gewährleisten. Diese digitalen Zertifikate sollen im Windows-Betriebssystem gespeichert werden, so dass sich für den Nutzer kein zusätzlicher Eingabe- und Authentifizierungsaufwand ergebe.

Passport hat sich zu einem Eckpfeiler entwickelt

Nach den bisherigen Dotnet-Planungen von Microsoft sollen sämtliche Internet-Aktivitäten von Nutzern unter dem Dach eines gemeinsamen Web-Auftritts gebündelt werden. Die Spannweite reicht dabei vom Abrufen neuer E-Mails bis zum Vereinbaren eines Inspektionstermins für den Wagen. Zur Authentifizierung der Dotnet-Nutzer zieht Microsoft sein Programm Passport heran.

Ursprünglich war Passport dazu gedacht, Zugangsdaten für verschiedene Internet-Angebote zu verwalten. Inzwischen hat es sich jedoch zu einem Eckpfeiler von Microsofts Internet-Sicherheitsphilosophie entwickelt.

Insbesondere in den vergangenen Tagen geriet Passport ins Kreuzfeuer der Kritik. Der Teil-Ausfall von Microsofts Instant-Messenger-Service soll unter anderem mit einer Passport-Fehlfunktion zusammengehangen haben.

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