Verjüngte Mannschaft
ARD setzt auf „Euro-Pocher“

Die ARD geht mit einer verjüngten Mannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft auf Quotenjagd. Ex-Nationalspieler Mehmet Scholl (37) und Comedian Oliver Pocher (30) vervollständigen während des Turniers vom 7. bis 29. Juni in der Schweiz und Österreich das bewährte TV-Moderatorenteam mit Monica Lierhaus, Gerhard Delling, Günter Netzer, Reinhold Beckmann und Waldemar Hartmann.

HB HAMBURG. „Sport bringt uns junge Zuschauer“, sagte ARD- Programmdirektor Günter Struve am Freitag bei der EM-Präsentation in Hamburg und fügte augenzwinkernd hinzu: „Der Pocher - und das zum Ende meines Berufslebens.“ Der bekennende Hannover 96-Fan Pocher, der seit Oktober 2007 mit Harald Schmidt die Late Night Show „Schmidt & Pocher“ im Ersten präsentiert, spielte den Ball sofort zurück. „Vielen Dank, Struve hat mich bekniet, das zu machen“, sagte der Entertainer, der bei der EM „persönliche Geschichten“ in drei bis fünf Minuten erzählen soll.

„Ich bin akkreditiert, habe eine Kamera und viel Zeit. Das ist eine tödliche Kombination“, kündigte „Euro-Pocher“ bunte Beiträge an. Außerdem soll er in „Waldis EM-Club“ auftreten. Der Fußball- Stammtisch mit Waldemar Hartmann wird während des Turniers neunmal aus einem Wiener Hotel gesendet.

Neben der Rahmenberichterstattung soll beim Ersten der Sport im Vordergrund stehen. „Hart am Ball“ lautet das Konzept der ARD, die insgesamt 15 EM-Spiele live im Fernsehen zeigt. Die anderen 16 Partien überträgt das ZDF. „Wir sind dicht bei den Fans und bei jedem Spiel im Stadion präsent“, erläuterte ARD-Teamchef Volker Kottkamp die Planungen. Das neue Duo Beckmann/Scholl ist bei den 18.00 Uhr- Spielen im Einsatz, die Kombination Delling/Netzer analysiert zum zehnjährigen Dienstjubiläum die 20.45 Uhr-Partien. Monica Lierhaus berichtet aus dem DFB-Quartier am Lago Maggiore.

Die „Glorreichen Sieben“ - so die ARD-Werbung - werden durch die Live-Reporter Steffen Simon und Tom Bartels ergänzt. Der 42 Jahre alte Bartels kommentiert am 29. Juni das Endspiel aus Wien. Alle 31 Spiele werden original im Radio übertragen und erstmals live auch im Internet-TV. Im Gegensatz zur WM 2006 in Deutschland sitzt RTL als zusätzlicher Live-Fernsehsender diesmal nicht im Boot. Die Rechte für die Begegnungen am letzten Gruppenspieltag, die jeweils zeitgleich angepfiffen werden, gingen komplett an die öffentlich-rechtlichen Sender.

Der Privatsender RTL hatte nach der späten Entscheidung im Rechte- Poker im vergangenen Jahr das wirtschaftliche Verhalten von ARD/ZDF scharf kritisiert. Beide Sender sollen rund 115 Millionen Euro für die EM-Rechte bezahlt haben. Das entspricht einem Durchschnittspreis von 4,25 Millionen Euro pro Partie. Die TV-Verantwortlichen hoffen deshalb auf gute Quoten und auf den Einzug des DFB-Teams in das Finale. „Unsere Mannschaft hat sich unter Bundestrainer Löw systematisch entwickelt. Sie zählt zu den Favoriten, ist aber nicht mein Top-Favorit“, sagte Ex-Nationalspieler Netzer. Er legte sich auf Weltmeister Italien fest: „Da stimmt die Mischung aus Arbeitern und hervorragenden Spielern.“

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