Verkäufe nicht ausgeschlossen
Nortel will weitere 3500 Stellen streichen

Der kanadische Telekomausrüster Nortel Networks hat seine Prognose für das zweite Quartal des laufenden Jahres bekräftigt. Zugleich schloss der Konzern am Mittwoch in Ottawa einen Verkauf des Glasfaser-Komponentenbereichs zum Schuldenabbau nicht aus.

Reuters OTTAWA. Der kanadische Telekomausrüster Nortel Networks will zur Gewinnverbesserung rund 3500 weitere Stellen streichen. Auch der Verkauf der einst als Zukunftshoffnung gesehenen Sparte für Glasfaser-Systeme steht zur Diskussion.

Vor Ende 2003 oder Anfang 2004 werde sich der Markt wohl nicht erholen, deshalb werde die Belegschaft um etwa 3500 Mitarbeiter entweder durch Verkauf der Sparte oder Entlassungen reduziert, hieß es weiter.

Zugleich schwächte der Konzern seine Prognosen für das zweite Quartal etwas ab. Die erneute Umstrukturierung des Konzern werde zu Belastungen in Höhe von rund 600 Millionen Dollar führen, teilte Nortel mit. Etwa 200 Millionen Dollar davon würden die liquiden Mittel verringern.

Mit dem jüngsten Stellenabbau würde Nortels Belegschaft auf 42.000 Mitarbeiter sinken. Ende 2000 hatte der Konzern noch rund 94.500 Stellen.

Der Umsatz dürfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum unverändert oder bis fünf Prozent niedriger ausfallen, während sich der Pro-Forma-Verlust schrittweise verringern werde. Anfang April hatte Nortel für das zweite Jahresviertel einen Umsatz von rund 2,9 Milliarden und einen Pro-Forma-Verlust von 14 Cent je Aktie prognostiziert.

Die Einschnitte wurden von Analysten zunächst als positiv bezeichnet. Es sei aber Besorgnis erregend, dass Nortel die Markterholung erst Ende 2003 sehe, sagte Analyst Inder Singh von Prudential Financial. "Einige Leute haben das vielleicht gedacht, aber keiner hatte es in seinen Rechenmodellen."

Rückläufige Investitionen von Telekom-Unternehmen hatten dem Hersteller von Mobilfunk-, Internet- und Telekomnetzwerken einen drastischen Umsatz- und Kurseinbruch eingetragen. Nortel senkte zudem den Zielwert für seine Gewinnschwelle bis zum vierten Quartal 2002 auf einen Quartalsumsatz von 3,2 Milliarden Dollar nach zuvor 3,5 Milliarden Dollar.

An der New Yorker Börse fielen Nortel-Aktien nach zeitweisen Gewinnen stärker als der Markt um 1,2 Prozent auf 2,49 Dollar an.

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