Verkauf der Alkohol-Sparte verschoben: Interessenten stehen bei Eckes Schlange

Verkauf der Alkohol-Sparte verschoben
Interessenten stehen bei Eckes Schlange

Der Getränkekonzern Eckes hat die Qual der Wahl: Weil die Bieter für die lukrative Alkoholsparte Schlange stehen, hat das Unternehmen am Mittwoch überraschend die Aufsichtsratssitzung zum Verkauf des Spirituosenbereichs abgesagt.

HB/dpa MAINZ. Der Eckes- Aufsichtsratsvorsitzende Lorenz M. Raith betonte: "Es liegen mehrere attraktive Angebote vor." Eine Empfehlung, wer den Zuschlag für die Sparte mit bekannten Marken wie Eckes Edelkirsch, Chantré, Mariacron und Nordhäuser Doppelkorn erhalten soll, könne noch nicht gegeben werden. Zuvor seien fusionskontrollrechtliche Fragen zu klären. Es werde weiterverhandelt.

Eckes will sich künftig auf Fruchtsäfte (Granini, Hohes C) konzentrieren und seine Marktführerschaft in Europa und Deutschland ausbauen. Im schrumpfenden Spirituosen-Markt sieht Vorstandschef Herbert Verse schlechtere Geschäftschancen, obwohl das 1857 gegründete Unternehmen in diesem Segment die Nummer eins in Deutschland ist. Eckes hat rund 2500 Beschäftigten und erzielte 2001 einen Jahresumsatz von rund 1,25 Milliarden Euro sowie einen Gewinn von 42,9 Millionen Euro.

Auf Spirituosen entfällt rund die Hälfte von Umsatz und Gewinn. In dem Bereich sind 765 Mitarbeiter beschäftigt. Offensichtlich ist Eckes von den guten Angeboten überrascht worden. Aus Verhandlungskreisen heißt es: "In den letzten Tagen haben sich auf Bieterseite neue positive Entwicklungen ergeben." Es gebe einen intensiven Wettbewerb um den Spirituosenbereich. "Die Verhandlungen verlaufen extrem positiv". Bis Ende März oder Anfang April soll die Veräußerung abgeschlossen sein.

Ursprünglich wollte der Aufsichtsrat den Verkauf der Alkoholsparte am Mittwochnachmittag beschließen. Anschließend war eine außerordentliche Hauptversammlung des im Besitz der Eckes-Familien stehenden Unternehmens geplant. Noch bevor die Absage bekannt wurde, demonstrierten nach Polizeiangaben rund 150 Eckes-Beschäftigte gegen die Verkaufspläne. Der Betriebsrat sprach von 200 Teilnehmern.

Betriebsratschef Uwe Michalski befürchtet, dass in der Firmenzentrale in Nieder-Olm bei Mainz 200 der 480 Stellen auf dem Spiel stehen. Auch sei nicht sicher, dass ein Käufer den modernen Produktionsstandort in Nordhausen (Thüringen) mit 130 Beschäftigten brauchen werde. Als Interessenten gelten unter anderem die großen Drei der Branche, die britischen Konzerne Diageo, Allied Domecq und das französische Unternehmen Pernod Ricard.

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