Verkauf der Chemietochter Cognis perfekt
Henkel drückt auf die Kostenbremse

Nach dem erfolgreichen Verkauf der Chemietochter Cognis verstärkt der Henkel-Konzern seine Pläne zur Kostensenkung: Der Abbau von bis zu 3 000 Stellen soll die von der schwachen Konjunktur gedrückten Gewinne stärken. Vor allem Standorte in Asien und den USA sind betroffen.

shf/dih HEIDELBERG. Die schwache Konjunktur geht auch am Düsseldorfer Henkel-Konzern nicht mehr spurlos vorüber. Der Waschmittel- und Klebstoffhersteller kündigte am Montag für das Gesamtjahr einen leichten Gewinnrückgang an, nachdem er bisher noch ein Plus in Aussicht gestellt hatte. Schon für 2002 rechnet das Management aber wieder mit einem "ordentlichen" Wachstum von 5 bis 7 % und einer noch besseren Ertragsentwicklung. Dazu sollen verstärkte Kostensenkungen beitragen. Ulrich Lehner, Vorsitzender der Geschäftsführung, kündigte die Schließung mehrerer Standorte und den Abbau von 2 500 bis 3 000 Arbeitsplätzen an. Die Maßnahmen mit Schwerpunkt in Asien und Amerika sollen die Kosten um jährlich 130 Mill. Euro senken, werden zunächst aber mit einem Sonderaufwand von rund 300 Mill. Euro zu Buche schlagen.

Dem steht ein nicht bezifferter Sonderertrag aus dem bevorstehenden Verkauf der Chemietochter Cognis an Schroder Ventures und Goldman Sachs Capital Partners gegenüber. Henkel hatte den beiden Finanzinvestoren nach den Anschlägen vom 11. September ein zweimonatiges Rücktrittsrecht eingeräumt, das aber nicht ausgeübt wurde. Das Closing sei nun für den 30 November vereinbart. Der Kaufpreis beträgt 2,5 Mrd. Euro und damit 100 Mill. Euro weniger als im September angekündigt. Cognis hat 2000 mit 9 100 Beschäftigten 3,2 Mrd. Euro umgesetzt. Henkel will den Erlös für Investitionen im Kerngeschäft Konsumgüterproduktion nutzen.

Analysten werteten den Verkauf trotz des Preisabschlags als positives Signal, das die Gewinnwarnung zumindest teilweise kompensiert. "Der Verkauf von Cognis sollte den Weg ebnen für eine Neubewertung der Aktie", heißt es etwa bei JP Morgan, die Henkel bei einem Kursziel von 75 Euro als "Kauf" einstuft.

Zur Finanzierung der Transaktion haben drei US-Banken sowie die Hypovereinsbank mit Krediten sowie Henkel mit einem Verkäuferdarlehen über 350 Mill. Euro beigetragen. Die neuen Besitzer wollen Cognis durch Zukäufe deutlich vergrößern und in vier bis sechs Jahren an die Börse bringen. Das sagte Thomas Jetter von der Permira Beteiligungsberatung GmbH (vormals Schroder Ventures Europe), dem Handelsblatt.

Im Geschäft mit natürlichen Ölen und Fetten sowie Vorprodukten für Hautpflegemittel wolle Cognis die starke Stellung am Markt ausbauen und neue Kunden außerhalb des Henkel-Konzerns gewinnen, erklärte Jetter. Die Aktivitäten des dritten Geschäftsfelds Organische Chemie würden zum Teil gestärkt und zum Teil verkauft.

Im dritten Quartal hat Henkel zwar noch ein leichtes Umsatzplus von 2 % auf 3,3 Mrd. Euro erzielt. Der Nettogewinn lag jedoch mit 105 Mill. Euro bereits um 8 % und der Betriebsgewinn mit 216 Mill. Euro um 10 % unter Vorjahresniveau.

Schwächer entwickelte sich vor allem das Industriegeschäft. Lehner verwies auf den Einbruch in der Elektronikindustrie und den Rückgang in der US-Autoproduktion. Beide Branchen sind wichtige Klebstoffabnehmer. Auch die Oberflächentechnik verbuchte zweistellige Ertragseinbußen, während der Betriebsgewinn bei Wasch- und Reinigungsmitteln um rund 4 % und bei Cognis sogar um 26 % zulegte.

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