Verkauf der HDW-Beteiligung war "nicht genehmigt"
Strafanzeige gegen den Ex-Babcock-Chef

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat den früheren Vorstandschef der finanziell angeschlagenen Babcock Borsig AG , Klaus Lederer, wegen Untreue zu Lasten der Gesellschaft verklagt.

rtr DüSSELDORF. Die am Donnerstag nach DSW-Angaben beim Landgericht Duisburg eingereichte Klage wirft Lederer und weiteren nicht genannten Mitgliedern des Vorstandes außerdem vor, falsche Auskünfte vor der Hauptversammlung gegeben und damit den Kurs der Babcock-Aktie manipuliert zu haben. Darüber hinaus wird Lederer vorsätzliche Konkursverschleppung vorgeworfen. Die Anzeige der DSW basiert auf dem Vorwurf, dass der Vorstand die Aktionäre nicht über den Verkauf eines Teils seiner Werftenbeteiligung HDW hat abstimmen lassen. Die Trennung von der HDW-Beteiligung habe unmittelbar zur Zahlungsunfähigkeit des Babcock-Konzerns geführt, sagte DSW-Geschäftsführer Jörg Pluta. Lederer habe schon auf der Hauptversammlung in Frühjahr um die Liquiditätslage bei Babcock und die Auswirkungen einer Trennung von HDW auf Babcock gewusst.

Die Klage der DSW wird die bereits bei der Duisburger Staatsanwaltschaft eingeleiteten Vorermittlungen gegen Lederer und andere Babcock-Verantwortliche beschleunigen. Die von Amts wegen aufgenommenen Prüfungen in dieser Sache gingen dann gleich in das Ermittlungsverfahren ein, das man durch die Klage einleiten werde, sagte Staatsanwalt Rolf Haferkamp. Donnerstagmittag sei die Klage aber noch nicht amtlich erfasst gewesen. Der vorläufige Babcock-Insolvenzverwalter Helmut Schmitz hatte am Mittwoch eine Rückabwicklung des schon vollzogenen Verkaufs von 25 % an HDW an den US-Investor One Equity Partners (OEP) nicht ausgeschlossen. "Wir würden eine solche Rückabwicklung unterstützen, wenn dadurch der Babcock-Konzern wieder auf besseren Füßen steht", sagte DSW-Geschäftsführer Pluta dazu. Gegen die Trennung von HDW wettert auch der US-Aktionär Guy Wyser-Pratte, der auf dem Gerichtsweg versucht, diese Trennung rückgängig zu machen. Nach der Ankündigung des vorläufigen Insolvenzverwalters, die Sache zu prüfen, sagte Wyser-Pratte in New York, er glaube nun, dass der Verkauf nichtig gemacht werde.

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