Verkauf der Lichttechnik soll bis Sommer abgeschlossen sein
Vossloh investiert in die Verkehrstechnik

Die Vossloh AG will die Erlöse aus dem geplanten Verkauf der Lichttechnik komplett in die Sparte Eisenbahn und Verkehr investieren.

juf DÜSSELDORF. "Wir wollen die Mittel, die wir einnehmen, schnellst möglich einsetzen", sagte der Vorstandschef des M-Dax-Unternehmens Burkhard Schuchmann gestern auf der Bilanz-Pressekonferenz in Düsseldorf. Er hoffe, das sein Unternehmen noch im laufenden Jahr den ein oder andere Kauf tätigen könne. Vor allem im Bereich Eisenbahn schaue man sich um.

Vossloh bietet in der Sparte unter anderem Diesellokomotiven, Weichen- und Fahrgastinformationssysteme an. Im Gegensatz zu den großen Wettbewerbern wie Adtranz oder Siemens Verkehrstechnik betrachtet sich das Unternehmen aber nicht als Komplettanbieter, der ganze Systeme verkauft, sondern konzentriert sich auf bestimmte Nischen. "Wir werden auch weiter ein Auge auf Spezialmärkte werfen und nur in solche Märkte eintreten, in denen die Chance zur Marktführerschaft besteht", sagte Schuchmann.

Die Vossloh AG, Werdohl, hatte vor zwei Wochen angekündigt, dass sie ihre Sparte Lichttechnik - die elektrische Bauteile von Leuchten produziert und vertreibt und ein Drittel des Geschäftsvolumens ausmacht - verkaufen und sich auf die Verkehrstechnologie konzentrieren möchte. Im Jahr 2000 hatte Vossloh bereits den Maschinenbau abgegeben.

Vossloh verhandelt nach Schuchmanns Worten mit mehreren Finanz- und strategischen Investoren, "die man aber an einer Hand abzählen kann". Dazu zählt offenbar auch die japanische Matsushita Electric. Schuchmann wies aber gestern Berichte zurück, dass sich Vossloh mit Matsushita einig sei. Mit sämtlichen Interessenten werde noch verhandelt. "Wir hoffen das wir die Verhandlungen bis zum Sommer abschließen können", sagte er.

Die Zwei-Sparten-Strategie wäre auf Dauer zu teuer geworden, erläuterte Schuchmann die Neuausrichtung. In beiden Bereichen wären hohe Investitionen nötig gewesen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Vossloh habe sich daher entschieden, die Ressourcen auf einen Bereich zu konzentrieren.

Im Geschäftsjahr 2001 hatte Vossloh den Umsatz um 5,7 % auf 903 Mill. Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank aber um 23 % auf 60 Mill. Euro und der Überschuss um 48 % auf 17,2 Mill. Euro. Während die Sparte Eisenbahn und Verkehr den Umsatz um 12,1 % auf 649,7 Mill. Euro steigern konnte, büßte die Lichttechnik rund 7,8 % auf 252,8 Mill. Euro ein.

Im ersten Quartal des laufenden Jahres gaben sowohl Umsatz als auch Ergebnis nach. Im Gesamtjahr soll der Umsatz aber leicht auf 915 Mill. Euro und der Überschuss deutlich um 45 % auf 25 Mill. Euro steigen. In der Prognose sind jedoch weder der erwartete Verkauf der Lichttechnik, noch mögliche Zukäufe in der Verkehrstechnik enthalten. Die Dividende soll mit 0,75 Euro konstant bleiben.

Quelle: Handelsblatt

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