Verkauf der Verlagssparte wirft Kartell-Probleme auf
Verleger wehren sich gegen Vivendi-Pläne

Die in Schieflage geratene Vivendi Universal S.A. steht beim Verkauf ihrer Verlagssparte vor neuen Problemen. Eine Gruppe unabhängiger französischer Verleger erwartet, dass der Verkauf der Sparte ihrem Erwerber eine marktbeherrschende Stellung in Frankreichs Verlagswesen beschert, und hat die Käufer vor dem Deal gewarnt.

abo PARIS. Kommt dieser nicht jedoch vor Monatsende zu Stande, fehlt Vivendis Chef Jean-René Fourtou beim Kampf um die lukrative Telefonsparte Cegetel das Geld

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"Ein Zusammenschluss Hachette-VUP würde 60 % der Taschenbuchproduktion, 70 % des Buchvertriebs und über 80 % der Schulbuchwesens in Frankreich kontrollieren", argumentieren die Verleger in einem offenen Brief an die Medien- und Aeronautikgruppe Lagardère SCA, deren Zweig Hachette als Favorit für die Übernahme von Vivendi Universal Publishing (VUP) gilt. "Das wäre eine dominante Position, die gegen die Wettbewerbsregeln verstieße." Zumindest im Fall einer Übernahme durch Lagardère wollen sie bei den Kartellwächtern in Frankreich, Belgien und bei der EU-Wettbewerbskommission vorstellig werden.

Gegen die zwei Kapitalbeteiliger, die mit deutlich geringeren Geboten ebenfalls an VUP interessiert sind, haben die Verleger offensichtlich weniger einzuwenden. Eine Offerte liegt Vivendi von Paribas Affaires Industrielles vor, eine andere wird von der Lazard-Holding Eurazeo erwartet.

Vivendi Universal erhofft sich vom Verkauf der Sparte Bruttoerlöse von bis zu 3,5 Mrd. Euro, von denen nach Abzug von Steuern voraussichtlich zwei Drittel bis drei Viertel in die Konzernkasse flössen.

Fourtou braucht das Geld für eine Offerte an British Telecom Plc. (BT) und den US-Konzern SBC für die Telefonsparte Cetegel. Zwar führt Vivendi das Unternehmen besitzt aber nur 44 % der Anteile.

Ohne Cetegel stände Vivendi nach der Dekonsolidierung von Vivendi Environnement und Canal Plus sowie der Verlage als Medienholding da, deren wichtigste Geschäftsteile in den USA lägen. Und dann würde sich nach Ansicht von Pariser Analysten der Druck der US-Aktionäre auf das französische Management noch verstärken.

Quelle: Handelsblatt

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