Verkauf des Glasfasergeschäftes endlich perfekt
Lucent schreibt Milliardenverlust

Dem Netzausrüster Lucent geht es schlechter als erwartet. Hohe Verluste, weiterer Stellenabbau und die Streichung der Dividende drücken den Kurs der Aktie. Im kommenden Jahr will Lucent wieder die Gewinnzone erreichen.

kk NEW YORK. Der Kurs der Aktie von Lucent Technologies ist zum Börsenbeginn in New York eingebrochen, nachdem der krisengeschüttelte Netzwerkausrüster die Anleger mit neuen schlechten Nachrichten überhäuft hat. Das Unternehmen aus Murray Hill im Bundesstaat New Jersey enttäuschte mit seinen Quartalszahlen die bereits niedrigen Erwartungen der Analysten. Lucent kündigte gleichzeitig an, dass es weitere 15 000 bis 20 000 Mitarbeiter entlassen, die Dividende streichen und zwei Produktionsstätten verkaufen wird. Außerdem rechnet Lucent mit Einmalaufwendungen für das kommende Quartal in Höhe von bis zu 9 Mrd. $. Der Verkauf der Glasfasersparte für insgesamt 2,75 Mrd. $ an das japanische Elektrounternehmen Furukawa Electric und den amerikanischen Glasfaserkabelproduzenten Corning wird Lucent nur ein Drittel des ursprünglich erhofften Preises bringen.

Der Nettoverlust von Lucent stieg im dritten Quartal des Geschäftsjahres auf 3,25 Mrd. $, verglichen mit einem Nettoverlust von 301 Mill. $ im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ohne Einmalausgaben, Abschreibungen und Kosten für die Restrukturierung lag der Verlust vor Sonderposten bei 1,2 Mrd. $ oder 35 Cents pro Aktie, 14 Cents höher als Analysten nach einer Umfrage des Finanzdienstleisters Thomson Financial/First Call erwartet hatten. Der Umsatz ging gegenüber dem Vorjahr um 21 % auf 5,8 Mrd. $ zurück. Als Grund für die schwache Nachfrage nannte das Unternehmen, dass viele Telekommunikationsunternehmen ihre Pläne für neue Netze derzeit deutlich zurückfahren.

Trotz der Probleme sagte der Vorstandsvorsitzende Henry Schacht, dass Lucent im Jahr 2002 wieder in die Gewinnzone zurückkehren werde. David Heger, Analyst von A.G. Edwards hält das für unwahrscheinlich. "Das steht immer noch in den Sternen", sagt Heger. Das Unternehmen könnte sich zwar langsam wieder erholen, aber ein Gewinn sei derzeit nicht absehbar.

Für das Glasfasergeschäft, das seit einiger Zeit zum Verkauf steht, wird Furukawa mit Sitz in Tokyo, 2,53 Mrd. $ zahlen, Corning wird für 225 Mill. $ nur die Anteile an zwei japanischen Joint Ventures erhalten.

Lucent hat seit Beginn des Jahres bereits 10 500 Mitarbeiter entlassen. Weitere 8 500 haben nach Angaben des Unternehmens akzeptiert, frühzeitig in Rente zu gehen. Mit den neuen Stellenstreichungen und dem Verkauf verschiedener Geschäftseinheiten wird die Zahl der Mitarbeiter auf 75 500 sinken.

Schacht sagte, Lucent mache deutliche Fortschritte bei der Restrukturierung des Unternehmens. "Dennoch haben wir vor, noch weiter zu gehen in einer neuen Phase unserer Restrukturierung, um Lucent für zukünftiges Wachstum und Profitabilität vorzubereiten." Schacht kündigte jährliche Kosteneinsparungen in Höhe von 2 Mrd. $ an. Für die Restrukturierung rechnet Lucent im kommenden Quartal mit Einmalaufwendungen in Höhe von bis zu 9 Mrd. $.

Lucent kündigte außerdem an, dass es zwei Werke an seinen Elektronikzulieferer Celestica für 550 Mill. bis 650 Mill. $ abgeben wird. Von der Fertigungsstätte in Columbus im Bundesstaat Ohio will sich das Unternehmen völlig trennen.

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