Verkauf des neuen Betriebssystems startet in dieser Woche
Microsoft kappt mit Windows XP seine alten Wurzeln

Windows, das meistgenutzte Betriebssystem für PC, wurde weiter optimiert. Mit der Version "XP" hat der Microsoft-Konzern nun ein Programm entwickelt, das sowohl einzelne Computer steuert als auch Rechner über das Datennetz miteinander verknüpft.

HB DÜSSELDORF. Mit der offiziellen Markteinführung von Windows XP am 25. Oktober startet Microsoft in eine neue Ära. Der Softwarekonzern hat nun endgültig die Verbindung zu dem guten alten Betriebssystem DOS gekappt. Bis heute wurde diese Softwarebasis mitgeschleppt, mit der das Unternehmen zusammen mit IBM den Siegeszug für PC Anfang der 80er-Jahre begonnen hatte. Konnten alte DOS-Programme unter den Windows-Versionen 95, 98, ME noch betrieben werden, ist damit nun endgültig Schluss.

Bill Gates nennt sein neustes Kind stolz XP. Das Kürzel steht für Experience - Erfahrung. Das neue Betriebssystem wird alle Windows- Produkte ersetzen - sowohl Windows 95, 98, ME als auch Windows NT , mit dem Rechner im Netz gesteuert werden. Das größte Geschäft wird jedoch mit neuen Rechnern erzielt werden, auf denen Windows XP vorinstalliert wird.

Wer seinen aktuellen Rechner mit dem neuen Betriebssystem betreiben will, sollte vor einem Umstieg prüfen, ob sich die Investition lohnt. Jeder, der unter den Schwächen von Windows 9x/ME leidet, wird das neue Betriebssystem als Bereicherung empfinden. Es ist stabiler, und fast alle Programme laufen ohne Mucken. Das gilt sogar für die meisten Spiele. Wer allerdings die Vorgänger-Version "Windows 2000" installiert hat und nicht die Fülle der mit XP gelieferten Programme nutzen will, hat durch den Umstieg keinen Vorteil.

Windows XP setzt einen leistungsstarken Rechner voraus. Unter einer Prozessor-Taktrate von 300 MHz, einem Minimum von 128 MByte Arbeitsspeicher und 1,5 GByte freiem Platz auf der Festplatte ist eine Installation sinnlos. Neue Rechner erreichen diese Voraussetzungen problemlos. Aber schon Geräte, die nur zwei, drei Jahre alt sind, könnten an den von Microsoft gesetzten Hürden scheitern.

Probleme könnte es auch in Firmennetzen geben. Daher sollte eine Installation mit den Netzadministratoren abgestimmt werden. Windows XP nutzt für die interne Kommunikation zwischen XP-Rechnern einen speziellen Typ von Datenpaketen, die ältere Versionen von zentralen Netzwerkkomponenten (so genannten Switches) - vor allem des Herstellers Cisco - lahm legt. Erst wenn diese auf den aktuellsten Stand gebracht worden sind, ist die Installation von Windows XP gefahrlos möglich.

Wie schon bei Windows 2000 ist die Netzwerkfunktionalität entscheidend verbessert worden. Geht die Verbindung zu einem zentralen Computer verloren, so wird diese automatisch wieder aufgebaut, sobald der Server wieder verfügbar ist, ohne dass ein lästiger Neustart des Arbeitsplatzrechners notwendig ist.

Nach erfolgreicher Installation überrascht XP mit einer neuen Optik, die einer gewissen Eingewöhnung bedarf. Die Fenster haben runde Ecken, die Symbole sind verspielter und die Farbzusammenstellung wirkt teilweise überraschend. Für die, die nicht auf ihr gewohntes Bildschirm-Layout verzichten wollen, gibt es eine Einstellung, die das altgewohnte Aussehen wieder zum Vorschein bringt.

Um Nutzer von Windows 95 und 98 zum Umstieg auf XP zu bewegen, haben die Strategen bei Microsoft ein besonders Augenmerk auf Multimedia gelegt. Der überarbeitete Mediaplayer mausert sich in XP zum universellen Werkzeug, das alle möglichen Datenformate beherrscht, und macht damit dem Wettbewerber Real Networks - mit seinem Real Player - das Leben noch schwerer.

Vor der Installation auf dem Rechner wird automatisch ein Kompatibilitätscheck durchgeführt, der alle Treiber - die Steuerprogramme für die eingebauten und angeschlossenen Geräte - überprüft und solche auflistet, die erneuert werden müssen, und die nicht mit dem Betriebssystem ausgeliefert werden. Vor allem Umsteigern von Windows 95 und 98 droht hier Ungemach, weil Windows XP Treiber benutzt, die denen in Windows 2000 bzw. NT verwandt sind.

Weniger problematisch ist das Aktualisieren der Treiber für alle, die einen Zugang zum Internet besitzen. Das Betriebssystem sucht über den Internet-Dienst Microsoft Network (MSN) automatisch nach neuen Treibern und so genannten Patches - Softwareprogrämmchen, die Fehler beseitigen - und installiert diese. Denn trotz des stolzen Namens - Experience - ist auch das neue Betriebssystem nicht fehlerfrei: Schon am Tag der offiziellen Freigabe wird das erste Service Pack für XP mit Programmen für die Behebung der Fehler ins Netz gestellt und kann kostenlos auf den Rechner geladen werden.

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