Verkauf des T-Aktien-Pakets für Sommer "dumm gelaufen"
Fonds sollen Handel mit Deutscher Bank gestoppt haben

Auf Grund des umstrittenen Blockverkaufs von Telekom-Aktien durch die Deutsche Bank haben große Fondsgesellschaften einem "Spiegel"-Bericht zufolge ihren Handel mit dem Kreditinstitut für einige Wochen eingestellt. Einige habe diese Meldung aber bereits dementiert.

Reuters/vwd FRANKFURT. Vier der fünf großen deutschen Fondsgesellschaften - darunter der Deutsche Investment-Trust (DIT) der Dresdner Bank und die zur Commerzbank gehörende Adig - seien extrem verärgert über die Platzierung der 44 Millionen T-Aktien und hätten den Handel mit der Deutschen Bank zunächst unterbrochen, berichtet das Magazin. Bei der Deutschen Bank hieß es dagegen, von einer Handelssuspendierung sei nichts bekannt.

Der Sprecher der Fondsgesellschaft Union Investment, Rolf Drees, hat unterdessen dem "Spiegel"-Bericht widersprochen, wonach die Gesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken den Handel mit der Deutschen Bank "fürs Erste" beendet habe. Auch die die Fondsgesellschaft ADIG Investment GmbH, Haar bei München, hat den Bericht dementiert. "Es existiert keine Anweisung, dass der Handel mit der Deutschen Bank auch nur vorübergehend eingestellt wird", sagte eine Sprecherin der Commerzbank-Tochter. Die Fondsgesellschaft Deka Deutsche Kapitalanlagegesellschaft mbH, Frankfurt, äußert sich nicht zu dem Bericht.

Telekom-Chef Ron Sommer erneuerte unterdessen seine Kritik am Vorgehen der Deutschen Bank. Sommer sieht zudem sein persönliches Ansehen betroffen.

Die vorläufige Suspendierung des Handels sei eine in Deutschland bislang einmalige Sanktion, heißt es in dem Vorab-Bericht des "Spiegel" vom Samstag weiter. Die Deutsche Bank wurde jedoch offenbar nicht über eine mögliche Unterbrechung des Handels mit den Fonds informiert. "Davon ist uns nichts bekannt", sagte ein Banksprecher. In Bankenkreisen hieß es, die Fonds hätten sehr wohl Kritik geäußert, ohne dass dabei jedoch die Geschäftsbeziehungen zur Deutschen Bank zur Disposition stünden. In Commerzbank-Kreisen hieß es dagegen, eine solche Reaktion sei durchaus vorstellbar. Von den Fondsgesellschaften Adig und DIT war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

"Diese Transaktion ist schief gelaufen"

Telekom-Chef Ron Sommer erneuerte unterdessen seine Kritik am Vorgehen der Deutschen Bank. "Da kann ich mit Blick auf die Deutsche Bank nur sagen: Wir haben großen Respekt vor ihr, aber diese Transaktion ist nun mal schief gelaufen", sagte Sommer im Gespräch mit der "Welt am Sonntag". Die Aktion habe der ganzen Branche geschadet, fügte Sommer hinzu. Der Kursverfall der Aktie betreffe sein persönliches Ansehen: "Es geht natürlich auch um mein ganz persönliches Ansehen, das mit der Firma verbunden ist." Der von Telekom-Aktionären erlittene Wertverlust mache ihn zudem persönlich sehr betroffen. "Ich fühle mich erst wieder wohl, wenn die Telekom-Aktie mindestens 70 ? überschreitet", sagte Sommer.

Nach "Spiegel"-Angaben gelang der Deutschen Bank nicht der vollständige Verkauf der 44 Millionen Aktien. Das Institut sei auf 7,5 Millionen Aktien sitzen geblieben. Das Magazin zitiert aus einem Brief der Deutschen Bank an die Wertpapieraufsicht: "Die Erwartung nach Aufnahme des Börsenhandels in New York weitere Aktien dort platzieren zu können, erfüllte sich nicht."

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