Verkauf erscheint auch "nicht günstig"
Wella liegt angeblich kein Henkel-Angebot vor

Das Darmstädter Kosmetik- und Haarpflegeunternehmen Wella hat Gerüchte über ein Kaufinteresse des Henkel-Konzerns zurückgewiesen.

ddp/rtr DARMSTADT. Dem Vorstand liege kein Angebot vor, sagte eine Wella-Sprecherin am Montag. Angesichts der Situation in der Kosmetikbranche und der momentan niedrigen Bewertung an den Finanzmärkten erscheine ein Verkauf auch nicht günstig, fügte sie hinzu. Mit dem Vorhaben vertraute Kreise berichteten hingegen, dem Wella-Beirat liege bereits ein Übernahmeangebot vor.

Medienberichten zufolge wollte Henkel zwischen 4,5 und 5,3 Milliarden Euro bezahlen, was am Montag den Kurs der Wella-Aktie nach oben trieb. Analysten hatten allerdings den Verkaufswillen der Wella-Eigentümer bezweifelt.

Henkel selbst wollte die Berichte auch nach der Wella-Stellungnahme nicht kommentieren. Ein Sprecher bekräftigte lediglich, es sei bekannt, dass der Konzern "organisch und auch durch Akquisitionen" wachsen wolle. Hierfür stünden bis zu sieben Milliarden Euro bereit. Dem Düsseldorfer Waschmittel-, Kosmetik- und Klebstoffproduzenten war in den vergangenen Jahren immer wieder nachgesagt worden, an Wella interessiert zu sein. Henkel sei jedoch wiederholt daran gescheitert, dass die Familie Ströher, die die Wella-Mehrheit hält, nicht zum Verkauf zu bewegen gewesen sei.

Die Berichte über eine mögliche Übernahme trieben am Montag vor allem den Kurs der im MDax geführten Wella-Aktie, die sich lange Zeit auf ein Plus von rund 40 Prozent einzupendeln schien. Nach dem Dementi aus der Darmstädter Konzernzentrale verlor die Aktie bis zum Nachmittag jedoch rund die Hälfte ihres Gewinns. Dax-Wert Henkel konnte dagegen seine Anfangsverluste von fast sieben Prozent auf rund zwei Prozent verringern.

Wella ist nach L'Oréal mit einem Marktanteil von 20 Prozent weltweit die Nummer zwei im Friseurgeschäft. Die Henkel-Haarpflege-Tochter Schwarzkopf kommt auf etwa 6,0 Prozent Marktanteil. Durch eine Übernahme von Wella würde sich der Düsseldorfer Konsumgüterhersteller dem mit 30 Prozent bezifferten Marktanteil von L'Oréal deutlich nähern.

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