Verkauf in weiteren deutschen und europäischen Großstädten
Schibsted Verlag nennt Zeitpunkt für Expansion seiner Gratisblätter

Der norwegische Schibsted Verlag will seine kostenlose Tageszeitung "20 Minuten" erst Anfang nächsten Jahres in weiteren deutschen Großstädten herausgeben. Zunächst wolle man kurzfristig die Kölner Ausgabe im Sinne eines jugendlicheren und bundesweiten Blattes umgestalten, sagte Ekkehard Kuppel von der Europa-Holding des Verlags am Dienstag in Zürich. Außerdem werde man in anderen europäischen Städten neue Blätter herausgeben.

dpa ZÜRICH/KÖLN. Bisher war man in der Branche davon ausgegangen, dass Schibsted bereits im Mai in weiteren Städten startet. Hintergrund der Entscheidung seien die problematischen Markt-Bedingungen in Deutschland, so Kuppel.

Bei der Umgestaltung der Kölner Ausgabe sei auch geplant, die Leser verstärkt über Internet und per Handy zu informieren. Die Gratiszeitung werde künftig eine Art "gedrucktes Internet-Portal" darstellen. "20 Minuten Köln" solle der Prototyp für eine spätere Deutschlandausgabe sein.

Die Schweizer Ausgaben von "20 Minuten" seien inzwischen sehr erfolgreich, so Kuppel. Bereits Ende des Jahres erwarte man, Gewinne einzufahren. In anderen europäischen Städten stehe man ebenfalls kurz vor der Herausgabe von "20 Minuten"-Blättern. In Deutschland sei man aber auf unerwartet scharfe und irrationale Reaktionen der etablierten Verlage gestoßen. "Deshalb haben wir eine Projektgruppe eingerichtet, die ohne Zeitdruck analysiert, wie man den deutschen Markt knacken kann, ohne Geld aus dem Fenster zu werfen", sagte Kuppel.

"Weltweiter Mega-Trend"

Für den Start Anfang nächsten Jahres verhandele man mit verschiedenen Partnern. So würden in der Schweiz bereits Gratisblätter auch über Hamburger-Restaurants und Kioske verteilt. Als erste Städte habe Schibsted Hamburg, Berlin, Frankfurt, München, Düsseldorf und Stuttgart im Auge.

Der Erfolg von Gratiszeitungen sei nach den Erfahrungen von Schibsted ein "weltweiter Mega-Trend, dem sich auch Deutschland nicht entziehen kann", betonte Kuppel. Gerade jüngere Leser würden von traditionellen Zeitungen nicht mehr angesprochen, und dafür wolle man ein alternatives Konzept bieten.

Ob Schibsted seine Deutschland-Aktivitäten künftig überwiegend von Berlin oder von Köln aus koordinieren werde, sei noch offen. In beiden Städten werde derzeit am bundesweiten Konzept gearbeitet.

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