Verkauf könnte Deutscher Bank 450 Millionen Euro einbringen
Endgültige Angebote für Telecolumbus erwartet

Die Deutsche Bank steht kurz vor einem Verkauf ihres Kabelnetzbetreibers Telecolumbus. Nach Angaben aus informierten Kreisen sollen bis zum heutigen Mittwoch die endgültigen Gebote abgegeben werden.

HB/pk/rob/slo DÜSSELDORF. Vier Interessenten werden gehandelt: die Wagniskapitalgesellschaften Apollo und DB Capital, das Finanzkonsortium BC Partners und eine Gruppe aus Goldman Sachs, Apax und Providence Equity. Das Goldman-Konsortium kauft auch die TV-Kabelnetze der Deutschen Telekom. Dieses Geschäft soll bis Ende dieses Monats abgeschlossen sein. Nach Angaben aus Branchenkreisen wollen die Investoren 450 bis 550 Mill. Euro für Telecolumbus bieten - etwa das Fünffache des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, das das Unternehmen erwirtschaftet.

Der Kabelnetzbetreiber versorgt 2,4 Millionen Haushalte mit Fernsehprogrammen. Telecolumbus ist einer der größten Anbieter in der Branche mit direktem Zugang zu den Kunden (ein so genannter Netzebene-4-Betreiber). Das Kabelnetz der Telekom etwa reicht größtenteils nicht bis zum Wohnzimmer des Kunden, es endet häufig an der Grundstücksgrenze (Netzebene 3). Für das Konsortium, das die Telekom-Infrastruktur kauft, wäre Telecolumbus daher eine gute Ergänzung. Nach Ansicht von Branchenkennern könnte dies aber auch zu Kartellproblemen führen, wenn die beiden Netzebenen einem Betreiber gehören.

Es gilt in der Branche als die wahrscheinlichste Lösung, dass BC Partners den Zuschlag für Telecolumbus erhält. Denn Apollo wird in der Branche nicht als ernsthafter Bieter gehandelt und DB Capital, eine Beteiligungsgesellschaft der Deutschen Bank, nicht als Wunschkandidat von Telecolumbus, weil man schon lange im Einflussgebiet der Deutschen Bank war. Eine Entscheidung darüber, an wen Telecolumbus verkauft wird, soll frühestens Mitte nächster Woche getroffen werden.

Nach Angaben aus informierten Kreisen gibt es bereits Kooperationspläne zwischen dem Goldman-Konsortium und BC Partners für den Fall, dass Telecolumbus an BC Partners gehen sollte. "Das wäre die beste Lösung, weil dann keine Kartellprobleme auftauchen, beide Seiten aber dennoch voneinander profitieren könnten", heißt es.

Die Deutsche Bank hat bereits 2001 versucht, Telecolumbus zu verkaufen. Der US-Medienkonzern Liberty Media wollte den Kabelnetzbetreiber kaufen - unter der Voraussetzung, dass Liberty auch den Zuschlag für das Kabel der Telekom erhält. Das ist jedoch am Veto des Bundeskartellamtes gescheitert. "An Kartellproblemen soll daher der erneute Anlauf, Telecolumbus zu verkaufen, nicht scheitern", verlautete aus Unternehmenskreisen.

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