"Verkauf nur die zweitbeste Lösung"
Dem Debitel-Chef ist von einem Verkauf nichts bekannt

Bei der deutschen Tochter des Schweizer Telekomkonzerns Swisscom, der Stuttgarter Debitel, steht nach Einschätzung von Debitel-Chef Peter Wagner kein Wechsel der Mehrheitsverhältnisse an.

Reuters STUTTGART. Wagner sagte am Donnerstag, ihm sei nicht bekannt, dass Debitel zum Verkauf stehe. "Ein Verkauf wäre grundsätzlich nur die zweitbeste Lösung." Er könne aber weder bestätigen noch dementieren, dass ein Verkauf durch die Anteileigner in Betracht gezogen werde. Wagner reagierte damit auf die erklärte Strategie von Swisscom-Vorstandschef und Debitel-Aufsichtsratschef Jens Alder, mit Hilfe internationaler Allianzen die Wettbewerbsfähigkeit der Swisscom zu erhalten.

In einem Interview am Donnerstag hatte Alder dabei mit Kapitalbeteiligungen unterlegte Partnerschaften nicht ausgeschlossen. Swisscom steht nach Alders Worten sowohl in Verhandlungen über das schweizerische wie auch das deutsche Mobilfunkgeschäft.

Debitel verhandelt derzeit seinerseits mit den Inhabern der deutschen UMTS-Mobilfunklizenzen über Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Die Unternehmen sind vor allem an dem großen Kundenstamm von Debitel interessiert, die das Stuttgarter Unternehmen durch die Vermarktung von GSM-Mobilfunkverträgen der drei größten deutschen Mobilfunkbetreibern an sich gebunden hat. Debitel hatte sich aus der deutschen UMTS-Versteigerung zurück gezogen und könnte künftig als sogenannter Virtueller Netzbetreiber agieren und eigenen Mobilfunkdienste anbieten, ohne selbst ein Mobilfunknetz zu betreiben.

Nach den Worten von Debitel-Chef Wagner wäre für Debitel die "ideale Lösung", weiter mit möglichst vielen Netzbetreibern in Deutschland zusammen zu arbeiten. Das UMTS-Geschäft werde den derzeit dominierenden GSM-Mobilfunk erst in vier bis fünf Jahren überflügeln, sagte Wagner. Daher sei es nicht vorteilhaft, sich an einen Partner zu binden. Wagner zufolge steht Debitel nicht unter Druck, sich mit den UMTS-Lizenzinhabern einigen zu müssen. "Wir haben mindestens vier Alternativen", sagte Wagner.

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