Verkauf von CDs und DVDs schleppend
EMI: Gewinnrückgang von 5 %

Der britische Musikkonzern EMI hat am Dienstag nach Ankündigung eines deutlichen Gewinnrückgangs mehr als ein Drittel seines Wertes am Aktienmarkt verloren. Die EMI-Anteile brachen um 35 % ein und notierten am Nachmittag in London bei 213 Pence.

rtr LONDON. Zuvor hatte EMI mitgeteilt, wegen der sich deutlich verschlechternden Situation am Musikmarkt werde dieses Jahr mit einem Gewinnrückgang um rund ein Fünftel gerechnet. Das könne auch durch Neuveröffentlichungen von Stars wie Mariah Carey und Janet Jackson nicht ausgeglichen werden. "Der Zustand der Musikindustrie ist schlecht, aber dass er so schlecht für EMI ist, hatte ich nicht erwartet", sagte ein Analyst.

Der Kurs fiel am Dienstag auf den niedrigsten Stand seit mindestens zehn Jahren und verringerte den Unternehmenswert auf rund 2,4 Mrd. Pfund. Bei einem Aktienkurs von unter 300 Pence könnte EMI zum Übernahmeziel großer Medienkonzerne werden, hieß es in Branchenkreisen. Fusionsversuche von EMI zunächst mit dem inzwischen zum US-Konzern AOL Time Warner gehörenden Konkurrenten Warner Music und dann mit der Bertelsmann Music Group (BMG) waren an wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kartellbehörden gescheitert, die eine Fusion von zwei großen Musikunternehmen auch in Zukunft unwahrscheinlich machen.

Der bereinigte Vorsteuergewinn werde in diesem Jahr um 20 % geringer ausfallen, teilte EMI mit. Dieser Rückgang entstehe unter anderem durch einen geringfügigen operativen Verlust beim Verkauf von Compact Disks (CDs) und dem Bildträger DVD im ersten Halbjahr, während die Musikverlage in den ersten sechs Monaten besser gelaufen seien. Für die zweite Jahreshälfte verspreche sich EMI durch Kosteneinsparungen und den geplanten Verkaufsstart von Alben von Stars wie Robbie Williams und Pink Floyd einen operativen Gewinn auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Die Musikverlage würden im zweiten Halbjahr einen leichten Gewinnanstieg verzeichnen.

Lahmende US-Konjunktur

Der Verkauf von Ton- und Bildträgern wie CDs und DVDs hat den größten Anteil am Gewinn bei EMI. Die lahmende US-Konjunktur und der seit längerem andauernde Rückgang von CD-Verkäufen macht sämtlichen großen Musikfirmen wie Warner Music, BMG, Sony Music und der zu Vivendi gehörenden Universal Music zu schaffen. EMI ist weltweiter Marktführer bei den Musikverlagen und rangiert beim Tonträger-Verkauf auf Platz drei.

Maßnahmen um Kosten zu sparen

EMI kündigte Maßnahmen zur Kostenreduzierung an, die jährliche Einsparungen von 65 Mill. Pfund bringen und zum Teil schon in diesem Jahr wirksam werden könnten. Allerdings müssten für Restrukturierungen Rückstellungen in Höhe von 100 Mill. Pfund gebildet werden, was für das erste Halbjahr zu Belastungen von 15 Mill. Pfund führe. Als Maßnahmen für Kosteneinsparungen seien ein weiterer Stellenabbau und der Rückzug aus der CD-Herstellung und dem Vertrieb denkbar, hieß es weiter. EMI hatte kürzlich bei seiner Niederlassung in Lateinamerika 100 Stellen gestrichen.

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