Verkauf von Gussinski-Unternehmen scheinbar erzwungen
Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe gegen Medienunternehmer Gussinski

dpa MOSKAU. Die russische Staatsanwaltschaft hat sich in den Streit des Kreml-kritischen Medienunternehmers Wladimir Gussinski mit einem Tochterunternehmen des weltgrößten Erdgaskonzerns Gasprom eingeschaltet. Die Prüfung der Vorwürfe sei auf Antrag der Gasprom-Führung aufgenommen worden, teilte die Anklagebehörde heute in Moskau mit. Gussinski sagte in einem Interview, seine Zusage zum Verkauf des Medienunternehmens Media-Most für 300 Mill. $ an das Unternehmen Gasprom-Media sei erzwungen worden und deshalb ungültig.

Mehrere russische Tageszeitungen veröffentlichten heute Auszüge aus einem Abkommen über den Verkauf von Gussinskis Medienholding, zu der unter anderem der größte private russische Fernsehsender NTW gehört. Demnach sei Gussinski, der im Sommer wochenlang im Visier der Steuerfahndung stand und drei Tage in Untersuchungshaft verbrachte, zugesagt worden, dass Gasprom auf weitere juristische Schritte gegen ihn verzichten wolle.

Der zurzeit in Spanien lebende Gussinski bestätigte das Abkommen in einem Telefon-Interview mit dem Radiosender "Echo Moskwy". Es sei aber juristisch unwirksam, weil es "buchstäblich mit der Pistole" erzwungen worden sei.

Gussinski hatte schon früher dem Kreml vorgeworfen, Druck auf ihn auszuüben wegen der kritischen Berichterstattung seiner Medien, unter anderem über den Krieg in Tschetschenien. Gasprom, in dem der Kreml starken Einfluss ausübt, hat Media-Most Kredite gewährt sowie Bürgschaften übernommen.

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