Verkauf von Jean Pascale
Marbert füllt die Kasse für Zukäufe

Die Marbert AG hat sich von ihrer Beteiligung an dem Hamburger Textilfilialisten Jean Pascale AG getrennt. Der börsennotierte Düsseldorfer Kosmetikkonzern erzielte durch den Verkauf einen Mehrerlös von 42 Mill. DM und füllte damit seine Kasse für Akquisitionen auf. "Wir wollen in Europa mehrere Zukäufe tätigen", sagte Marbert-Finanzvorstand Alberto Cavalli. Eine Kapitalerhöhung sei für die Expansion nicht mehr notwendig.

lip HAMBURG. Damit macht der Konzern seine Ankündigung von Ende April wahr, das Beteiligungsgeschäft auszubauen. An der bisherigen Dividendenpolitik will Marbert nicht rütteln. Die Aktionäre des Kosmetikunternehmens erhielten für 1999 eine von 1,70 auf 5,05 DM erhöhte Dividende. Der Marbert-Kurs legte gestern in der Spitze um mehr als 30 % auf 13 zu.

Die 72,43 %-Beteiligung an der börsennotierten Jean die Marbert über ihre 100 prozentige Tochter European Retail S.A. hielt, wurde an die Wiland S.A., Luxemburg, veräußert. Hinter Wiland steht eine Gruppe von Gesellschaftern, zu denen mehrere italienische Banken sowie der Marbert-Großaktionär Piofrancesco Borghetti gehören.

Offen ist bisher, ob die neuen Jean- Pascale-Gesellschafter den bisher angepeilten Kurs des Textilhändlers beibehalten wollen. Nach Angaben von Cavalli werden derzeit mehrere Optionen geprüft. Dazu gehört möglicherweise auch ein Weiterverkauf der Jean-Pascale-Anteile an Investoren, die nicht zum Umfeld des Marbert-Großaktionärs Borghetti gehören. "Ich will eine weitere Veräußerung der Anteile nicht ausschließen", sagt Cavalli. Für eine Übernahme des Textilfilialisten interessieren sich seit dem Einstieg der Marbert-Gruppe mehrere Konzerne. Die Namen der Interessenten wollte der Finanzvorstand aber nicht nennen.

Nach den bisherigen Plänen soll der Umsatz von Jean Pascale in den kommenden zwei Jahren vor allem durch Zukäufe von Filialketten auf mehr als 1 Mrd. DM verdreifacht werden. Der Textilhändler verfügt in Deutschland über 180 Filialen und streckt derzeit seine Fühler in die Niederlande aus. In den ersten neun Monaten 2000 verbuchte die Jean im Ebit (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) einen Verlust von 8,5 Mill. DM. Der Jean-Pascale-Kurs legte gestern um 3 % auf 3,50 zu.

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