Verkauf von Pro Sieben Sat1 vollzogen
Saban bietet nur Mindestpreis

Der neue Pro-Sieben-Sat1-Eigentümer Haim Saban wird den Vorzugsaktionären ein Übernahmeangebot machen, bietet aber nur den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestpreis und damit weniger als den aktuellen Börsenkurs.

Reuters FRANKFURT. Der Erwerb von 72 % der Pro-Sieben-Sat1-Stammaktien von der insolventen Muttergesellschaft KirchMedia sei am Montag abgeschlossen worden, teilte die übernehmende P7S1 Holding LP, eine Tochtergesellschaft der Saban Capital Group, zum Wochenauftakt mit. Saban werde den übrigen Stamm- und Vorzugsaktionären wie vom deutschen Aktienrecht vorgeschrieben nun ein Übernahmeangebot machen. Das Angebot an die Vorzugsaktionäre werde aber nur dem gesetzlichen Mindestpreis entsprechen - dem gewichteten Durchschnittskurs der letzten drei Monate, hieß es in der Mitteilung. Dieser liegt nach Reuters-Berechnungen bei etwa 6,10 ? und damit unter dem aktuellen Börsenkurs von 7,25 ?.

Für die 72 % der Pro Sieben Sat1-Stammaktien hat Saban, der bei der Übernahme von mehreren Finanzinvestoren unterstützt wird, nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen 7,50 ? je Papier oder insgesamt 525 Mill. ? bezahlt. Nach deutschem Aktienrecht ist Saban zu einem Abfindungsangebot an die übrigen Pro Sieben Sat1-Aktionäre verpflichtet. Zunächst hatte er versucht, mit einer Ausnahmeregel das Angebot zu umgehen, diese Pläne nun aber aufgegeben.

Mit der Mehrheit der stimmberechtigten Stammaktien kontrolliert Saban bereits den größten deutschen TV-Konzern. Für das Pflichtangebot an die Vorzugsaktionäre will er offenbar möglichst wenig Geld in die Hand nehmen. Denn ein Angebotspreis unter dem Börsenkurs bietet kaum Anreize für die Anleger, die Offerte anzunehmen. Aktionärsvertreter und Fondsgesellschaften haben bereits angekündigt, bei einem nicht angemessenen Angebot juristische Schritte prüfen zu wollen.

Durch ein Geflecht von Kauf- und Verkaufsoptionen hat Saban dazu die Möglichkeit, die restlichen von KirchMedia gehaltenen Stammaktien zu erwerben und seinen Anteil an dieser Aktiengattung damit auf fast 90 % aufzustocken. Der Berliner Verlag Axel Springer will an seiner Beteiligung von derzeit 11,5 % zunächst festhalten.

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