Verkauf von T-Aktien
Kommentar: Die Deutsche Bank hat sich blamiert

Das war keine Glanzleistung der Deutschen Bank. Auch am Tag nach dem Verkauf der 44 Millionen T-Aktien blieb unklar, von wem der deutsche Branchenprimus die Titel bekommen hat. Selbst wenn die Bank die Aktien nicht aus dem Bestand des Voicestream-Altaktionärs Hutchison Whampoa versilberte (wie die gängigste Spekulation am Markt lautete), hat sie sich mit dem Geschäft einen Bärendienst erwiesen. Denn in einem solchen Umfeld einen Auftrag zur Platzierung von T-Aktien anzunehmen, ist ungeschickt. Vor allem, wenn man die Identität des Verkäufers nicht preisgeben kann oder darf.

Was die Deutsche Bank damit auslöst, hätte sie sich im Vorfeld ausrechnen können. Millionen von Kleinanlegern fühlen sich düpiert, gerade weil die Frankfurter erst am Tag zuvor ihre Kaufempfehlung - mit zurückgenommenen Kursziel - für das Index-Schwergewicht erneuert hatten. Zudem steht die T-Aktie durch die Unsicherheit erheblich unter Druck. Um mehr als 6,5 Prozent trudelte sie erneut - vornehmlich wegen der Herabstufung der US-Investmentbank Merrill Lynch, aber auch wegen der Transaktion. Bereits am Vortag hatte die Telekom mit 3,5 Prozent als Tagesverlierer geendet.

Das Ergebnis war also weder im Interesse der Bank noch der Telekom. Eigentlich soll die Deutsche als eine von sechs Großbanken den Rückfluss der Voicestream-Papiere mit möglichst wenig Kursdruck organisieren. Beobachter vernahmen gestern vom Telekom-Sitz in Bonn ein lautes Grummeln in Richtung Frankfurt.

Leider gibt es für die Aktionäre der Telekom wenig Trost in diesen Tagen: Der Absturz könnte nur ein Vorgeschmack auf kommende, harte Zeiten sein. Selbst wenn nur ein Bruchteil der Hunderte von Millionen T-Aktien der Voicestream-Aktionäre an den Markt kommen, könnten die Kurse bald noch stärker unter Druck stehen. Vermutlich auch dann, wenn bekannt ist, wer die Aktien gegeben hat.

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