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Verkauf von Telekom Austria an Swisscom steht

Wien (dpa-AFX/APA) - Die Pläne der Staatsholding Öiag zum Verkauf der Telekom Austria an die schweizerische Swisscom stehen fest: Wie die Nachrichtenagentur APA am Mittwoch aus dem Umfeld der Öiag erfuhr, sollen sämtliche Staatsanteile - 42,2 % der Telekom Austria - an die Swisscom verkauft werden. Nur 17 % davon zahlen die Schweizer in bar, für die restlichen 25 % soll die Öiag im Austausch 11 % an der Swisscom erhalten. Durch einen zusätzlichen Syndikatsvertrag würde dieser Öiag-Anteil an der Swisscom dann indirekt wie eine Sperrminorität (25 % plus 1 Aktie) an der Telekom Austria wirken, heißt es in Wien.

Wien (dpa-AFX/APA) - Die Pläne der Staatsholding Öiag zum Verkauf der Telekom Austria an die schweizerische Swisscom stehen fest: Wie die Nachrichtenagentur APA am Mittwoch aus dem Umfeld der Öiag erfuhr, sollen sämtliche Staatsanteile - 42,2 % der Telekom Austria - an die Swisscom verkauft werden. Nur 17 % davon zahlen die Schweizer in bar, für die restlichen 25 % soll die Öiag im Austausch 11 % an der Swisscom erhalten. Durch einen zusätzlichen Syndikatsvertrag würde dieser Öiag-Anteil an der Swisscom dann indirekt wie eine Sperrminorität (25 % plus 1 Aktie) an der Telekom Austria wirken, heißt es in Wien.

Die Tauschrate würde nach der gegenwärtigen Börsenkapitalisierung der Schweizer einem Übernahmepreis von 15,45 ? je Telekom Austria-Aktie entsprechen. Der geplante Barverkauf von 17 % der TA würde damit einen Erlös von rund 1,3 Mrd. ? einbringen. Die Telekom Austria soll als österreichische AG bestehen bleiben - Marke und Name würden nicht verändert, heißt es.

Weil die Schweizer ein Übernahmeangebot legen müssten, würde die Telekom Austria in ihrer jetzigen Form dennoch vom Kurszettel der Wiener Börse verschwinden. Stattdessen soll künftig "ein Teil der Telekom Austria" am Wiener Kapitalmarkt notieren - welcher, ist noch nicht bekannt. Der Mobilfunkteil soll es dezidiert nicht sein. Daneben ist laut den Öiag-Kreisen auch eine Notiz der Swisscom an der Wiener Börse geplant.

Der Aufsichtsrat der österreichischen Staatsholding soll, wie berichtet, am kommenden Sonntag über diese Pläne beraten. Der Verwaltungsrat der Swisscom, der - wie die APA erfuhr - am Sonntag noch Bedenken eingeräumt hatte, soll mittlerweile "Grünes Licht" gegeben haben. Das Modell an sich hätten die Schweizer auch in der Sitzung am vergangenen Sonntag nicht in Frage gestellt. Es habe nur noch "offene Fragen" gegeben, die mittlerweile aber geklärt worden seien, hieß es aus Schweizer Kreisen zur APA.

Offiziell wollten am Mittwoch weder Swisscom noch die Öiag dazu Stellung nehmen. Auch Finanzminister Karl-Hein Grasser gab am Mittwoch - den vierten Tag in Folge - erneut keine Stellungnahme ab. Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) hingegen äußerte am Mittwoch vorsichtige Bedenken: Privatisierung habe schon etwas "mit privatem Eigentum zu tun. Und ein Staat war noch nie ein guter Unternehmer." Dem Schweizer Bund gehören derzeit noch 62,7 % der Swisscom, nach Abzug der 11 % für die Öiag würde er immer noch die Mehrheit halten.

Einen "eigenartigen Eindruck" hat auch der stellvertretende Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich, Reinhold Mitterlehner, auch ÖVP-Wirtschaftssprecher. Seiner Meinung nach müsste - so der seinerzeitige Ministerratsbeschluss - die Kernaktionärsstruktur erhalten bleiben und Auswirkungen auf den Kapitalmarkt berücksichtigt werden. "Hier sind ganz klare Vorgaben da", gab er zu bedenken und verweist auf die Diskussion rund um die voestalpine im Vorjahr. Aus der Öiag hieß es hingegen am Mittwoch, dass durch die geplanten Konstruktion österreichische Interessen gewahrt würden und der Privatisierungsauftrag erfüllt werde.

Ganz andere Sorgen hat die Gewerkschaft. Sie sieht "tausende Arbeitsplätze in Gefahr". Aus Protest sollen in der Telekom Austria ab kommendem Dienstag Betriebsversammlungen abgehalten werden, erklärte Telekom-Betriebsratschef Michael Kolek am Mittwoch im Gespräch mit der APA. Auch einen Streik schloss er "in letzter Konsequenz" explizit nicht aus. Durch die kolportierte Konstruktion werde der Vollverkauf nur nach hinten verschoben. "Dagegen werden wir uns bis zum Letzten wehren", sagte Kolek.

An der Wiener Börse hingegen scheinen die Anleger kaum noch Zweifel zu haben, dass der Swisscom/Telekom-Deal zustande kommt. Nach einer Berg- und Talfahrt schoss die Telekom Austria-Aktie mit Bekanntwerden der neuen Details über die Akquisitionspläne um mehr als 5 % auf ein neues Allzeithoch. Zum Tagesschluss wurde die Aktie zu einem Kurs von 14,16 ? gehandelt, ein Plus von 3,9 % gegenüber dem Vortag. Insgesamt sind heute fast 16 Mill. Telekom Austria-Aktien gehandelt worden, das entspricht rund 3 % des gesamten Telekom-Grundkapitals.

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