Verkauf von Tochterfirmen
Teldafax-Vorstand rechnet mit Fusionen

Angesichts der prekären wirtschaftlichen Lage mehrerer kleiner Telekommunikations-Konkurrenten rechnet Teldafax-Vorstand Stefan Koch mit einem Konzentrationsprozess auf dem Telefonmarkt. "Es muss zu Zusammenschlüssen von Telefongesellschaften kommen. Die vielen Kleinen machen keinen Sinn", sagte Koch.

dpa MARBURG. Die Anfang April von der Telekom wegen Zahlungsrückständen gekappten Leitungen der angeschlagenen Marburger Teldafax AG waren am vergangenen Freitag nach einer einstweiligen Verfügung und Zahlung von insgesamt 6 Mill. DM als Vorauskasse wieder geschaltet worden. Teldafax-Aktionär World Access hat wegen der Abschaltung eine milliardenschwere Schadenersatzklage in den USA angekündigt.

Er hoffe, dass die Mahnschreiben der Deutschen Telekom AG an eine Reihe von Telefonfirmen wegen offener Rechnungen für Mietleitungen und erste Insolvenzverfahren die Branche aufrütteln, sagte Teldafax-Vorstand Stefan Koch. "Die Unternehmen müssen miteinander reden. Es gibt Marktsegmente und Produkte, die man zusammenfügen kann." Sonst bestehe die Gefahr, dass der Wettbewerb gut zwei Jahre nach der Liberalisierung des Telefonmarktes schnell wieder abflaut. Auch Arcor-Vorstandschef Harald Stöber hatte wegen der desolaten Finanzlage kürzlich Fusionen in der Branche nicht ausgeschlossen.

Teldafax will sich auf Festnetz-Geschäft konzentrieren

Nach Angaben von Vertriebsvorstand Koch will sich Teldafax künftig auf das Festnetz-Geschäft konzentrieren. "Das Insolvenzverfahren eröffnet auch Chancen für einen Neustart", sagte er. "Als etwas kleinere Teldafax" wolle das Unternehmen das Call-by-Call-Geschäft wieder ankurbeln. Koch kündigte an, dass die zur Gruppe gehörenden Mobilfunkservice NetztelPlus AG-Anbieter (Heppenheim) und der Internetservice GeoNetsystems GmbH-Anbieter (Marburg) mit zusammen knapp 80 Beschäftigten verkauft werden. "Es gibt Interessenten für die Tochtergesellschaften."

Teldafax hat nach eigenen Angaben Schulden von 73 Mill. DM bei der Deutschen Telekom für Mietleitungen, die Telekom spricht sogar von 90 Mill. DM. 1999 hatte die Marburger Telefongesellschaft mit 420 Beschäftigten etwa 670 Mill. DM umgesetzt.

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