Verkauf von WM-Computerspiel untersagt: Kahn siegt vor Gericht

Verkauf von WM-Computerspiel untersagt
Kahn siegt vor Gericht

Fußball-Nationaltorhüter Oliver Kahn hat einen Sieg vor Gericht errungen. Das Hamburger Landgericht entschied am Freitag, dass der Computerspiele-Hersteller Electronic Arts das Spiel Fifa-Weltmeisterschaft 2002, in dem Kahn als einer von zahlreichen internationalen Profis dargestellt wird, nicht mehr verbreiten darf.

HB/dpa HAMBURG. Sowohl die bildliche Darstellung als auch die Namensnennung habe nach Ansicht des Gerichtes die Persönlichkeitsrechte des 33 Jahre alten Nationalspielers verletzt. Bei Zuwiderhandlung droht dem Spiele- Produzenten eine Ordnungsstrafe von maximal 250 000 ? oder eine Haftstrafe bis zu sechs Monaten. Kahn will nun auf Schadenersatz klagen. Die Gegenseite hat die Möglichkeit, Berufung einzulegen.

Dagegen wurde die Klage des Fußball-Profis von Bayern München gegen die Werbung für das Spiel abgewiesen. In dem Spot sei Kahn nicht klar zu erkennen, heißt es in der Begründung. Wäre der Torhüter unverwechselbar zu identifizieren gewesen, müsste auch der Werbefilm eingestellt werden. Rechtsanwalt Matthias Prinz nannte das Urteil dennoch "einen Sieg auf ganzer Linie". Die Klage gegen die Werbung sei unwichtig, vielmehr liege nach diesem Musterprozess ein wegweisendes neues Urteil vor.

"Wir haben erstmals eine Antwort auf eine entscheidende Frage erhalten: Darf man in Spielen Persönlichkeiten ohne deren Einwilligung darstellen? Jetzt ist die Rechtslage eindeutig", sagte Prinz. Das gelte für Boris Becker in computeranimierten Tennisspielen, für Jan Ullrich in Radsportspielen, für Paul Schockemöhle in Reiterspielen. Der Hamburger Medienrechtler erwartet nun Klagen weiterer prominenter Sportler. "Wir haben konkrete Aufträge von anderen relevanten Persönlichkeiten", sagte der Jurist und deutete damit eine mögliche Prozesslawine an.

Die Anwaltskanzlei Prinz will nun die Höhe der Schadenersatzansprüche im Fall Oliver Kahn ermitteln. Laut Media Control seien 180 000 Exemplare des WM-Spiels in Deutschland verkauft worden. "Media Control erfasst nicht alle Verkaufskanäle. Man kann vermutlich von rund 300 000 verkauften Spielen ausgehen", meinte Prinz. Das entspricht einem Umsatz von rund 15 Mill. ?. Schadenersatzforderungen könnten in diesem Fall in den Millionenbereich gehen.

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