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Verkaufsartikel rund um Euro und Mark gefragt

Das Geschäft boomt: Die einen verkaufen Bücher über die Geschichte der Mark, andere wiederum neue Geldbörsen, die auf die neuen Euro-Banknoten zugeschnitten sind.

Reuters BERLIN. Rund um die Umstellung von Mark auf Euro lässt sich im Einzelhandel das ein oder andere Geschäft machen. So hat die Lederwarenbranche schon vor zwei Jahren festgestellt, dass mancher Geldbeutel für die ab Januar geltenden Euro-Banknoten zu klein sein wird. "Jetzt werden nur noch eurofähige Portemonnaies produziert", sagt Hans Dieter Klooss vom Bundesverband Lederwaren und Kunststofferzeugnisse in Offenbach. Aber auch die gute alte Mark sorgt bei ihrem Abschied für volle Kassen: Bücher über die Geschichte der scheidenden Währung sind ein Verkaufsschlager im Buchhandel.

Manch einer wird sich wohl von seinem gewohnten Geldbeutel in der Tasche trennen müssen, wenn er auch den Euro gut verwahrt mit sich herumtragen möchte. So sei der 100-Euro-Schein fünf Millimeter breiter als der etwa gleichwertige 200-Mark-Schein, stellt Klooss fest. Der Einzelhandel habe bereits rund 20 verschiedene Modelle der Geldbörse für das Euro-Zeitalter im Angebot. Ob das neue Geld noch ins alte Portemonnaie passt, war auch die meistgestellte Frage am Euro-Bürgertelefon. Für die Lederwarenbranche bedeutet das ein gutes Geschäft, denn die Kleinlederwaren sind mit mehr als 30 % stärkster Umsatzträger.

Die Euro-Umstellung hat für die Lederwaren-Industrie noch einen weiteren Vorteil: Bislang waren für den Export in die Euro-Länder wegen der unterschiedlichen Geldscheine und Münzen etwa zehn bis 15 verschiedene Modelle nötig. Jetzt zählten nur noch die Euro-Maße, sagt Klooss. Das sei eine große Arbeitserleichterung, zumal ein Drittel der deutschen Lederwarenexporte Kleinlederwaren seien.

Weniger Anklang als die eurotauglichen Portemonnaies scheinen dagegen Gesellschaftsspiele rund um die neue Währung zu finden. Der Verkauf über den Großhandel seiner durch die Europäische Zentralbank und die Europäische Kommission genehmigten Spiele sei verhalten angelaufen, sagt Manfred Timmermeister, der die Euro-Geldscheine als Spielvorlage nutzte (www.euro-spiele-agentur.de). Am besten habe sich bisher noch das Kartenspiel "Neue Kohle" verkauft. Ab Januar rechnet der Spieleautor aber mit mehr Resonanz: "Dann setzen sich die Menschen zwangsläufig mit dem Euro auseinander". Monopoly-Spiele mit Euro-Scheinen waren unterdessen als Weihnachtsgeschenke in diesem Jahr sehr beliebt.

Besser läuft auch das Geschäft mit der Nostalgie zur D-Mark kurz vor ihrem offiziellen Ende als Zahlungsmittel. Seit dem ersten Erscheinen im Oktober sei "Das D-Mark Gedenkbuch" von Frank Littek schon einige zehntausend Mal über die Ladentheke gegangen, sagt eine Sprecherin des Falken-Verlags in Niedernhausen. Das wegen der starken Nachfrage kurze Zeit nicht lieferbare Buch nimmt derzeit beim Online-Buchhändler Amazon Platz 16 in der Verkaufsrangliste ein.

Den Währungswechsel nutzen manche Geschäfte schließlich als Werbeargument. So lädt die Elektronikhandelskette Saturn zum "D-Mark Räumungsverkauf" ein und fordert die Kundschaft auf: "Raus mit dem Schwarzgeld". Dies sei allerdings nur ein Scherz, versichert ein Sprecher. Mit Sonderangeboten zum "Euro Super Start" lockt auch das Warenhaus Kaufhof - darunter Ein-Pfennig-Stücke am Goldkettchen, gekrönt mit einem Diamanten.

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