Verkaufspreise fielen um 30 %
PC-Branche in der Krise - Neue Anwendungen sind gefragt

Die erfolgsverwöhnte PC-Branche steckt in der Krise - die Absatzzahlen stimmen nicht mehr. Die Hersteller greifen jetzt, wie es Analysten schon im Dezember vorhergesagt hatten, zu Preissenkungen, um den Absatz zu forcieren und die Lagerbestände abzubauen.

DÜSSELDORF. Den Startschuss gab jetzt Apple Computers. Am Dienstag kündigte der US-Hersteller Preissenkungen von durchschnittlich 23 % oder 650 Dollar an.

Die gesamte Branche hat mit Problemen zu kämpfen: Reihenweise Gewinnwarnungen waren die logische Konsequenz. Gateway, Apple, Intel, Advanced Micro Sysstems, Motorola und auch die Softwareschmiede Microsoft reduzierten ihre Prognosen für 2001. Auch das erhoffte Weihnachtsgeschäft 2000 blieb aus. Das Marktforschungsinstitut PC-Data sprach von "trostlosen" Umsätzen und einem 24 prozentigen Verkaufsrückgang. Die Verkaufspreise fielen bereits im Dezember um 30 % berichtet PC-Data.

Die Marktforscher von Dataquest korrigierten ihre Prognosen für 2001 bereits nach unten: Die PC-Käufe sollen in diesem Jahr nur um 12 % Prozent zulegen. Ursprünglich war man von einer Wachstumsrate von 16 % ausgegangen. Allerdings, räumt die Dataquest-Studie ein, erwarte man für das zweite Quartal ein anziehendes Geschäft, wegen der beginnenden Umstellung auf das neue Betriebssystem Windows 2000.

"Ernüchterung macht sich breit"

"Nach der Hochphase vom vergangenen Jahr macht sich jetzt Ernüchterung breit", sagt Andreas Stiller vom Computermagazin c't im Gespräch mit Handelsblatt.com. Ein Marktsättigung, auch in Europa, sei fast erreicht, weiss Stiller. Die PC-Branche müsse sich jetzt neue Konzepte überlegen, um den PC-Absatz wieder anzufachen. "Ich sehe da zum Beispiel Anwendungen, wie den Digitalen Videorekorder und intelligente Sprachsteuerungen - da braucht man dann auch wieder die Gigahertz Prozessoren", sagt Stiller. Bislang nutze die aktuelle Software nur einen Bruchteil der Prozessor-Leistung.

"Die IBM-Geräte der aktuellen Generation sind bereit für den kommenden Breitbandzugang und die benötigen eine hohe Rechnerleistung", sagt Michael Cerny, Leiter des PC-Geschäfts und Generalbevollmächtigter der IBM Deutschland GmbH. Allgemein blickt der IBM-PC-Chef optimistisch auf das Jahr 2001. Gleichwohl gesteht er ein, dass die Erstkäufe im PC-Bereich zurückgegangen seien.

Neue Konzepte und Anwendungen werden also immer wichtiger, eine Gigahertzprotzerei verführt nicht mehr allein zum PC-Kauf. Marktforscher wissen, dass in den USA nur noch neue PCs gekauft werden, wenn die alten Geräte kaputt sind. Und Entwicklungen aus den USA sind immer noch spätestens nach zwei Jahren in Europa angekommen.

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