Verkaufsverhandlungen
Züblin verbessert trotz Baukrise Ertrag

Das Stuttgarter Bauunternehmen Züblin hat nach Verlusten trotz der Baukrise im vergangenen Jahr wieder verdient. Bei einer fünf Prozent geringeren Bauleistung von 1,4 Milliarden Euro lag der Konzernüberschuss bei sechs Millionen (Vorjahr: minus 25 Mill.) Euro.

HB/dpa STUTTGART. Das sagte der Vorstandschef der Ed. Züblin AG, Manfred Nußbaumer, am Montag in Stuttgart. Er rechnet für 2003 mit konstanter Bauleistung und einem "angemessenen Ergebnis". In den ersten drei Monaten lag der Auftragseingang mit 361 (Vorjahresquartal: 281 Mill.) Millionen Euro deutlich über dem Vorjahreswert. Nach Jahren soll für 2002 erstmals wieder eine Dividende von 0,562 Euro pro Aktie gezahlt werden.

Die Walter Bau AG (Augsburg) verhandele derzeit über den Verkauf ihrer Züblin-Anteile von 48,7 Prozent an die Herner Baufirma Heitkamp. Die Gespräche seien aber "noch nicht sehr konkret", sagte Nußbaumer. Es gebe auch andere Interessenten. Züblin erwäge, seinerseits die Anteile an Walter Bau von 13 Prozent zu veräußern. Nußbaumer betonte mit Blick auf das weiterhin verlustreiche Baugeschäft im Ausland: "Unsere Stärke ist das Inland."

Auslandsgeschäfte belasteten 2002 das Ergebnis mit 23 Millionen Euro; im Vorjahr war der Verlust allerdings weit mehr als doppelt so hoch ausgefallen. Zu schaffen machten Züblin mit weltweit rund 8200 Mitarbeitern vor allem umstrittene Forderungen an ausländischen Großbaustellen, Währungsrisiken und politische Unwägbarkeiten.

Deshalb werden die Auslandsgeschäfte laut Nußbaumer zurückgefahren. Im Ausland schrumpfte die Bauleistung 2002 um 28 Prozent auf 230 Millionen Euro, während sie im Inland mit knapp 1,2 Milliarden Euro leicht zulegte. In diesem Jahr soll im Auslandsgeschäft ein ausgeglichenes Ergebnis und 2004 wieder die Gewinnzone erreicht werden. "Wir haben im Ausland die Talsohle durchschritten", sagte Nußbaumer.

Für den Wiederaufbau im Irak rechnet sich Züblin auf Grund seiner langjährigen Bau-Erfahrung im Zweistromland gute Chancen aus. Da die USA derzeit osteuropäische und spanische Unternehmen bevorzugten, könne Züblin über osteuropäische Töchter zum Zuge kommen. Nußbaumer: "Wenns Not tut, können wir auch unter anderen Flaggen auftreten."

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