Verkaufszahlen merklich abgeflacht.
Rodenstock: Umsatz gestiegen

Der Brillenfabrikant plant den Gang an die Börse

vwd MÜNCHEN. Die Optische Werke G. Rodenstock, München, rechnen für das laufende Geschäftsjahr mit einem leichten Wachstum beim Umsatz und Jahresüberschuss. Um 15 % auf 19,2 (16,7) Mill. DM habe sich der Konzernjahresüberschuss im abgelaufenen Geschäftsjahr gesteigert, teilte Randolf Rodenstock, Vorsitzender der Konzernleitung, am Dienstag in München mit. Im ersten Quartal 2000 habe der Gesamtumsatz des Unternehmens zwei Prozent über Vorjahresniveau gelegen. Grund zu großem Optimismus habe die Branche trotzdem nicht, denn bereits in den vergangenen zwei Monaten seien die Verkaufszahlen bei den Optikern wieder merklich abgeflacht. "Die Wärme ums Herz ist wieder abgekühlt."

Wachstum wolle Rodenstock in den folgenden Jahren nicht nur intern erzielen, sondern auch über strategische Zukäufe im Kernbereich Brillen. Sowohl an Techniken zur Glasherstellung als auch an die Fassungs-Produktion sei dabei gedacht, "je nach Opportunitäten", sagte der Konzernleiter. Konkrete Pläne hege er derzeit nicht.

Mittel für weitere Expansionen sollen auch aus einem Börsengang ins Unternehmen fließen. Auf diesem Wege, so der Gesellschafter, sollen auch die Abhängigkeiten zwischen der Familie Rodenstock und dem Unternehmen gelockert werden. Der Börsengang werde jedoch "sicherlich nicht innerhalb der nächsten zwei Jahre" vonstatten gehen. Zuerst müsse die Rodenstock-Gruppe ihre interne Umstrukturierierung abschließen und sich stärker international ausrichten.

Rodenstock will sich im laufenden Geschäftsjahr stärker auf die westeuropäischen Absatzmärkte und den US-amerikanischen konzentrieren, kündigte der Konzernleiter an. Der Auslandsumsatz habe 1999 bei 52 % gelegen. "Die magische Marke von 50 % ist deutlich übersprungen", sagte Oehmen. Für 2000 habe sich Rodenstock eine weitere Steigerung des Auslandsanteils vorgenommen, den der Vorstand aber nicht näher beziffern wollte.

Ebenso soll der Ausbau der Produktionsstandorte im Ausland 2000 massiv vorangetrieben werden. Bereits 1999 hatte das Unternehmen in den Aufbau von Anlagen in Tschechien und Thailand 51 Mill. DM investiert. Ab dem zweiten Halbjahr 2000 werde Rodenstock nun erstmals mehr Arbeitskräfte im Ausland beschäftigen als im Inland, kündigte die Konzernleitung an. Nicht zuletzt wegen der steigenden Lohnkosten in Deutschland "sehen wir uns gezwungen, diesen Trend zu realisieren", erklärte Finanzvorstand Hansjoachim Oehmen. So hätten 1999 die Lohnkosten pro Mitarbeiter in Deutschland bei 83 000 DM gelegen, Mitarbeiter im Ausland hätten dagegen nur rund 30 000 DM gekostet.

Innerhalb des Kerngeschäfts Brille wollen sich die Optischen Werke auf hochwertige und hochpreisige Produkten spezialisieren. In den USA produziere die Rodenstock-Gruppe nach Übernahme der Mehrheit an der 2C Optics Inc Rezept-Brillengläser, die in einem patentierten Gießverfahren hergestellt würden. Ferner stelle der Konzern - als weltweit erstes Unternehmen - Gleitsicht-Gläser in nur einem Fertigungsgang her. Für den Aufbau der Frankfurter Fertigungsanlage für diese Individual-Lens-Technology (ILT) habe Rodenstock im abgelaufenen Geschäftsjahr 29 Mill. DM aufgewandt. Der deutsche Standort sei wegen der Anbindung an den Großflughafen gewählt worden. Denkbar sei, dass ein weiterer Produktionsort im Ausland entstehe, wenn die Nachfrage nach ILT-Gläsern die Fertigungskapazitäten überschreite.

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