Verkehrsbank mit dem Wertpapiergeschäft überfordert
Die DZ wird Zentralbank der 15 Sparda-Institute

Die 15 Sparda Banken - wollen sich mit dem Wechsel ihrer Zentralbank für den Wettbewerb vor allem mit den Direktbanken stärken. Von 2003 an werde höchstwahrscheinlich nicht mehr die Deutsche Verkehrsbank AG (DVB) als Spitzenbank fungieren, sondern die sich neu aus der DG Bank und GZ-Bank formierende DZ-Bank.

FRANKFURT/M. Dies kündigte der Vorstandsvorsitzende des Sparda-Verbandes, Peter Scharpf, im

Gespräch mit dem Handelsblatt an.

Zwei Gründe sprechen nach Ansicht von Scharpf für einen Wechsel der Zentralbank:

"Erstens entwickelt sich die Verkehrsbank zu einer führenden und erfolgreichen Bank in der internationalen Schiffs- und Flugzeugfinanzierung - das führt weit weg von unserem standardisierten, preisgünstigen Privatkundengeschäft."

"Zweitens sind die Größenunterschiede nicht zu übersehen: Die Sparda-Banken haben ihre Bilanzsumme in den vergangenen zehn Jahren von 20 auf 74 Mrd. DM gesteigert, ihre Zentralbank ist über alle Geschäftsfelder hinweg nach großen Umstrukturierungen gerade einmal von 7 auf 19 Mrd. DM gewachsen."

Angestrebt werde dabei eine Trennung vom bisherigen Spitzeninstitut "in gutem Einvernehmen", versicherte Peter Scharpf. Gegen einen Streit spricht jedenfalls das gemeinsame Herkommen: Die genossenschaftlichen Sparda Banken - und die Verkehrsbank haben ihre Ursprünge jeweils im Eisenbahnwesen. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist die DVB die Zentralbank der Bankengruppe, die sich mit ihrer großflächigen Präsenz und ihrer Konzentration allein auf das Privatkundengeschäft deutlich von den bundesweit 1 600 Volks- und Raiffeisenbanken abhebt.

Der Wechsel von der Verkehrsbank zur neuen DZ Bank wäre ein Wechsel von der Tochter- zur Mutterbank: Die DG Bank ist mit 67 % an der DVB beteiligt, die Sparda- Gruppe selbst mit 13 %, die Kravag mit 10 %, die Bahn noch mit 0,75 % - der Rest ist breit gestreut. Auch wegen dieser Eigentumsverhältnisse können die Sparda-Banken ganz gut damit leben, dass die Kooperation erst zum 31. Dezember 2002 gekündigt werden kann. "So erhält die DVB Anpassungszeit - wir wollen uns ja auch nicht selbst schaden."

Mit der DZ Bank muss noch richtig verhandelt werden. Der Verbandschef Scharpf ließ aber keinen Zweifel: "Wir fühlen uns der Genossenschaftsidee verpflichtet". Überdies habe Ulrich Brixner, der künftige DZ Bank-Chef, "bereits eine eigene Zentralbank-Einheit zugesichert." Scharpf wandte sich damit gegen Mutmaßungen, am Ende könnte eventuell die Deutsche Bank einen Zentralbank-Vertrag mit den Sparda-Banken bekommen.

Solche Ideen waren aufgetaucht, nachdem der Vorstand der Sparda-Bank in Nürnberg mit der Aussage zitiert wurde, die Sparda-Banken wollten im Abwicklungsbereich mit der Deutsche-Bank-Tochter European Transaction Bank (ETB) kooperieren. Scharpf zufolge soll sich diese Kooperation nur auf eine kleine Facette des Kundenwertpapiergeschäfts beziehen: "Auf das Best-Price-Verfahren, das unsere genossenschaftliche BWS-Bank bisher anzubieten nicht in der Lage ist."

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