Verkehrsminister sieht in Zusage Signalwirkung
Schwanhold erwartet Schub für den Metrorapid an Rhein und Ruhr

HB DÜSSELDORF. DÜSSELDORF. Nordrhein-Westfalen erwartet von der Entscheidung der Bundesregierung, die Technologie der Magnetschwebebahn Transrapid zu sichern und weiterzuentwickeln, einen Impuls für den im Rhein-Ruhr-Ballungsraum geplanten Metrorapid. "Das NRW-Projekt wird einen Schub bekommen", sagte der nordrhein-westfälische Wirtschafts- und Verkehrsminister Ernst Schwanhold (SPD) dem Handelsblatt.

"Jede weitere Beschlussfassung, die präzisiert und hilft, neue Partner zu finden, hilft dem Standort NRW", erklärte der Minister. Die Bereitschaft des Bundes, der Industrie Signale zu geben, sei "ausgesprochen positiv" zu bewerten. Schwanhold betonte, NRW habe die verkehrspolitisch sowie ökonomisch und ökologisch sinnvollste Strecke anzubieten.

Der SPD-Politiker begrüßte die Gewährleistungszusage des Bundes an die Unternehmen für den Fall, dass keine Anwendungsstrecke realisiert wird. Dann tritt die Bundesregierung mit jährlich 35 Mill. DM für die Forschungsausgaben der Unternehmen ein. Kritik, die Summe sei nicht hoch genug, wies der nordrhein-westfälische Verkehrsminister zurück. Es komme auf die Signalwirkung der Zusage an.

In NRW würden derzeit gerade die Strecken für einen Metrorapid genauer ermittelt. Es werde geklärt, wo Planfeststellungsverfahren notwendig seien und wo auf solche möglicherweise verzichtet werden könne. Die Erkenntnisse sollen in der von der Bundesregierung angekündigten Machbarkeitsstudie berücksichtigt werden, die ab Oktober erstellt werden soll. Darin wird in den nächsten zwei Jahren untersucht, ob ein wirtschaftlicher Betrieb des Transrapids realistisch ist.



Schwanhold teilte mit, dass die Landesregierung in NRW mit Unternehmen aus dem Bereich Transport und Logistik zusammenarbeite, um das zu erwartende Fahrgastpotenzial zu überprüfen. In NRW soll der unter dem Namen "Metrorapid" geplante Transrapid auf der Kurzstrecke eingesetzt werden, nämlich im Ballungsgebiet zwischen Rhein und Ruhr, in dem rund 10 Mill. Menschen leben. Der Metrorapid soll in einer Schleife die großen Städte des Rhein-Ruhr-Gebietes anfahren und zugleich die beiden großen NRW-Flughäfen in Köln und Düsseldorf anbinden. Da das Land alte, nicht mehr genutzte Anlagen für den Gütertransport recyceln will, wird der Metrorapid im Gegensatz zum Transrapid ebenerdig geplant.

Ziel ist es, mit einer schnellen Verbindung besonders Berufspendlern den Umstieg vom Auto auf die Bahn schmackhaft zu machen und somit dem täglichen Verkehrskollaps auf den überlasteten Ruhrgebietsautobahnen entgegen zu wirken. Das Land ist entschlossen, das Projekt zu forcieren: Sogar von einem Einsatz des Super-Zuges schon zur Fußballweltmeisterschaft 2006 war die Rede. Das hätte den Vorteil, dass man die neue Magnet-Schwebebahntechnik gleichzeitig auch dem ausländischen Publikum vorstellen könnte.

Auch in Bayern wird nicht an eine Lang-, sondern an eine Kurzstrecke gedacht. Dort wird eine Verbindung zwischen der Landeshauptstadt München und dem rund 40 Kilometer außerhalb der Stadt gelegenen Flughafen Erding vorgeschlagen.

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