Verkehrsministerium prüft Lücken seit Montag
Flugsicherheit in den USA auf dem Prüfstand

Die Sicherheit auf den US-Flughäfen steht nicht erst seit den Anschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon auf dem Prüfstand. Das US-Verkehrsministerium prüft seit Montag - dem Tag vor der Terrorserie -, ob die Luftfahrtbehörde FAA genug für die Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen tut.

afp WASHINGTON. Vor zwei Jahren wurde der FAA noch ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt. An einem Werktag sind in den USA bis zu 40.000 Verkehrsflüge unterwegs. American Airlines, die Fluggesellschaft, die bei den Anschlägen vom Dienstag zwei Maschinen verlor, bekam zuletzt am 31. Juli wegen Schlampereien bei den Sicherheitsvorkehrungen ein Bußgeld aufgebrummt.

1999 schickte der Generalinspekteur des US-Verkehrsministeriums verdeckte Ermittler auf die Flughäfen der USA. Ihnen gelang es, ohne Erlaubnis in Sicherheitsbereiche einzudringen, indem sie Angestellten durch Türen folgten, unbewachte Fahrstühle benutzten, in die falsche Richtung über Flugsteige und durch Terminal-Gänge gingen und durch unbesetzte Kontrollpunkte fuhren. American Airlines wurde von der FAA dabei erwischt, fünf Mal Gepäck ohne die dazu gehörenden Passagiere transportiert und zwei Mal die Identität von Passagieren nicht überprüft zu haben. Bodenpersonal werde vor der Einstellung nur minimalen Sicherheitschecks unterzogen, fand der Betriebswirtschaftler Richard Gritta von der Universität von Portland vor fünf Jahren nach der Explosion von TWA-Flug 800 vor New York heraus.

Hinzu kommt, dass die US-Flughäfen auf die Entdeckung von Bomben und Schusswaffen fixiert sind. Auf Entführungen durch Selbstmordattentäter sind sie nicht eingestellt. Erste Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass die Kidnapper der vier Verkehrsmaschinen am Dienstag nur mit Messern bewaffnet waren, womöglich aus synthetischen Härtestoffen wie Glaskeramik oder Graphitfaser, die bei der Durchleuchtung nicht auffallen. "Vielleicht sind wir zu selbstzufrieden geworden", meint Dale Oderman, Professor für Luftfahrttechnologie an der Purdue-Universität in Indiana. Meistens sei Flughafensicherheit "ziemlich primitiv". Bessere Technologien seien verfügbar. "Aber sie kosten einfach verdammt viel.

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