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Verkehrte Welt

Schlechte Daten, freundliche Märkte. So lautet das Fazit zumindest für den Wochenabschluss an den amerikanischen Aktienmärkten. Die wichtigsten Veröffentlichungen kamen am Freitag mit den Arbeitsmarktdaten. Die Arbeitslosenquote ist im April auf 4,5 Prozent gestiegen, leicht höher als von Analysten prognostiziert worden war. Völlig daneben lagen Experten mit der Anzahl neugeschaffener Stellen. Ein Anstieg um 20.000 wurde erwartet, 223.000 Stellen wurden jedoch tatsächlich abgebaut. Dass die Märkte gelassen und sogar positiv auf die Angaben reagiert haben, lässt sich damit begründen, dass Greenspan eine weitere Karte in die Hand gelegt wurde, die Leitzinsen auf der nächsten Sitzung am 15. Mai erneut zu senken. Im Wochenverlauf verbuchten Blue Chips ein Plus von rund einem Prozent und landeten bei 10.951 Zählern. Der Nasdaq Composite kletterte sogar um rund 5,5 Prozent.

Im Wochenverlauf standen noch einmal Quartalszahlen im Blickpunkt der Wall Street. Die meisten Unternehmen haben nun den Anlegern erzählt, wie das erste Vierteljahr des Jahres ausgefallen ist. Am kommenden Dienstag steht mit Cisco jedoch noch ein weiteres Schwergewicht in den Startlöchern. Die ganz großen positive Überraschungen sind bisher ausgeblieben. Aber immerhin kam auch keine Flut von Horrormeldungen. Und das ist doch auch schon mal was.

Und wohin geht es nun mit der Wirtschaft? Hinter dieser Frage steht nach wie vor ein fettes Fragezeichen. Nachdem das erste Quartal nicht so schlecht ausgefallen ist, wie von vielen Anlegern befürchtet, richtet sich die ganze Spannung schon jetzt auf das laufende Vierteljahr. Die US-Wirtschaft ist zwar nicht so schlecht wie erwartet, aber weiterhin relativ schwach, so Christian Raute, Chefanalyst von Commerzbank Securities New York Der Markt werde voraussichtlich noch eine Verschnaufpause einlegen. Eine richtige Erholung wird es demnach also erst im ersten Halbjahr 2002 geben.

Tragende Säule des Zuwachses an der Nasdaq in dieser Woche waren zeitweise Internetwerte. Priceline.com gehörte dazu. Der Internet-Vermittler von Reisen, Hotelzimmern und Mietwagen hat einen kleineren Verlust ausgewiesen als erwartet. Schon in diesem Quartal soll die Gewinnzone erreicht werden. Das ist eine gute Nachricht aus dem arg gebeutelten Internetsektor, der sich in letzter Zeit jedoch wieder auf dem Weg der Besserung befunden hat. Priceline zum Beispiel ist über 500 Prozent seit dem Tiefstand wieder nach oben geschnellt. Auch Amazon läuft gut - diese Aktie hat sich in der letzten Zeit im Wert verdoppelt. Anleger sollten die Aktien der Unternehmen im Blick zu behalten, die Substanz besitzen, empfiehlt Christian Raute.

Am 15. Mai wird die US-Notenbank das nächste Mal tagen. Wird Fed-Chef Alan Greenspan die Zinsen abermals zu senken? Das hat er seit Jahresanfang immerhin schon vier Mal gemacht. Es bleibt spannend.

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