Verkettung unglücklicher Umstände
Bohlen droht Geldstrafe

Musikproduzent Dieter Bohlen (48) muss mit einer Geldstrafe wegen der fehlenden Waffenbesitzkarte für seine Schrotflinte rechnen. Das sei für derartige Vergehen das übliche Strafmaß, sagte der Stader Staatsanwalt Eckhard Bobeth am Freitag. Bohlen hatte in der Nacht zum Dienstag in seiner Villa in Tötensen nahe Hamburg Polizisten für Einbrecher gehalten und ungezielt mit der Waffe geschossen. "Zum Glück ist nichts passiert", sagte Bobeth.

HB/dpa STADE/TÖTENSEN. Bohlen war auf auf den Balkon geflüchtet, nachdem er Geräusche in seinem Haus gehört hatte. Von dort schoss er nach Polizeiangaben ein Mal, um die vermeintlichen Einbrecher abzuschrecken. Nach einem Bericht der "Bild-Zeitung" war auch seine Freundin Estefania bei ihm. "Estefania und ich hatten nur einen Gedanken: Die wollen uns umbringen." Anschließend flüchteten die beiden zu einem Nachbarn und alarmierten von dort die Polizei.

Ein Polizeisprecher sprach von "einer Verkettung unglücklicher Umstände". Die Beamten waren den Angaben zufolge "nach mehrfachem telefonischen Hinweis" auf eine angebliche Notlage eines Sohnes von Bohlen zu der Villa gefahren. Da dort niemand öffnete, seien die Beamten in das Haus eingedrungen, teilte die Polizeiinspektion Hamburg mit. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand hat Dieter Bohlen "trotz der Rufe der Beamten im Haus" die Situation fehlinterpretiert. Die Beamten seien nicht mit Blaulicht vorgefahren.

Nach Angaben der Polizei ist davon auszugehen, dass es sich um eine fingierte Notlage handelte und "Dieter Bohlen Opfer einer Intrige" geworden ist. Er selbst habe sich im Beisein der Polizisten über das Wohlergehen seiner Familie telefonisch erkundigt. Das Eindringen der Beamten in das Haus war nach dem Niedersächsischen Gefahrenabwehrgesetz rechtens, "ja sogar ihre Verpflichtung", hieß es in der Polizeimitteilung. Die Ermittlungen dauern an.

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