Verlängerung der Visa abgelehnt
Westliche Diplomaten aus Afghanistan abgereist

Ohne die Inhaftierten gesehen zu haben, mussten die Diplomaten, die sich um die Freilassung der "Shelter Now"-Mitarbeiter bemühen, wieder aus Afghanistan abreisen. Ihre Visa wurden nicht verlängert.

Reuters KABUL. Die drei westliche Diplomaten aus Deutschland, Australien und den USA, die sich in Afghanistan eine Woche lang vergeblich um einen Besuch bei inhaftierten ausländischen Mitarbeitern einer Hilfsorganisation bemüht hatten, haben am Dienstag die Hauptstadt Kabul mit dem Flugzeug verlassen. Zuvor hatte die Regierung erneut die Verlängerung ihrer Visa abgelehnt.

Die westlichen Staaten werfen der regierenden Taliban eine Verletzung international anerkannter Regeln vor. Das Völkerrecht verlangt, dass Konsularbeamte inhaftierte Landsleute aufsuchen und für ihre rechtliche Vertretung sorgen dürfen.

"Wir sind enttäuscht, dass wir die Festgehaltenen nicht sehen konnten", hatte der australische Diplomat Alistair Adams erklärt. Das Hauptziel der Reise sei gewesen, sich über das Wohlergehen der Inhaftierten ein Bild zu machen.

Die Taliban werfen den Helfern christliche Missionierung vor. Die Hilfsorganisation hat die Vorwürfe zurückgewiesen. Neben den acht ausländischen Helfern wurden auch 16 Afghanen festgenommen. Den Afghanen droht die Todesstrafe, den Ausländern Haft von unbestimmter Dauer. Die Taliban hatten 1996 die damalige afghanische Regierung gestürzt und kontrollieren inzwischen rund 90 % des Landes.

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