Verlaufsbericht
Deutsche Aktien trotz fehlenden Antriebs freundlich

Die Aktien der Karstadt Quelle AG verzeichneten mit einem Plus von 6,27 % die stärksten Kursgewinne.

Reuters FRANKFURT. Der Frankfurter Aktienmarkt hat sich am Mittwoch Händlern zufolge bei einem antriebslosem Handel freundlich gezeigt. Der Deutsche Aktienindex (Dax) legte bis zum späten Nachmittag um 0,4 % auf 6 791 Zähler zu. Nachdem die anfängliche Nervosität in Folge der Gewinnwarnung der US-Firma Eastman Kodak vom Dienstag bei den Investoren gewichen sei, habe sich die Stimmung am Markt deutlich aufgehellt, sagten Händler. "Die Anleger haben wohl gemerkt, dass die Eastman-Warnung keine Auswirkung auf den deutschen Markt haben wird", hieß es. Allerdings verlaufe der Handel bei mäßigen Umsätzen, es fehlten Impulse, um den Markt aus seiner Trägheit zu reißen.

Das Ergebnis des am Donnerstag in Dänemark stattfindenden Referendums zum Euro könnte nach Ansicht eines Börsianers einen Einfluss auf die Aktienmärkte haben. "Wenn die Sache schief läuft, könnten ausländische Investoren vorsichtiger werden", sagte er. "Viele könnte denken, der Euro wird nicht so gut im übrigen Europa aufgenommen. Das könnte dazu führen, dass ausländisches Kapital vom europäischen Markt abgezogen wird."

Ein anderer Börsianer sagte, die Märkte hätten schon das sich abzeichnende "Nein" der Dänen zum Euro in den Kursen eingepreist. "Die Relationen zwischen dem Ergebnis des Referendums und der Entwicklung der Märkte ist schwer abzuschätzen", sagte er.

Im Dax verzeichneten die stärksten Kursgewinne die Aktien der Karstadt Quelle AG mit einem Plus von 6,27 % auf 35,61 Euro. Händler führten den Kursanstieg auf eine technische Gegenreaktion zurück. "Da die Aktien in den letzten Tagen kräftig an Wert verloren haben, sind die Titel gegenwärtig günstig zu haben", sagte ein Händler.

Dahinter folgten die Titel von Daimler-Chrysler mit einem Zuwachs von knapp drei Prozent auf 53,05 Euro. Das deutsch-amerikanische Unternehmen hatte am Nachmittag mitgeteilt, wegen Ertragseinbußen ihrer US-Sparte in diesem Jahr mit einem deutlich niedrigeren Betriebsgewinn als 1999 zu rechnen, allerdings wegen Einmaleffekten einen höheren Gewinn je Aktie auszuweisen. "Ich kann den Anstieg nur so erklären, dass der Markt froh ist, dass das Ergebnis mit Einmaleffekten über dem des Vorjahres liegt", sagte eine Analystin. "Ich bin aber erschreckt, wie schlecht Daimler-Chrysler ohne Einmaleffekte abschneidet." Denn ohne Berücksichtigung der Einmaleffekte gehe der operative Gewinn auf Konzernebene um 30 % zurück. "Analysteneinschätzungen zu dieser Entwicklung dürften nicht positv ausfallen", fügte sie hinzu.

Im MDax tendierten die Nebenwerte fester. Das Börsenbarometer gewann 0,68 % auf 4 845 Punkte. Die Wachstumswerte am Neuen Markt gaben hingegen nach.



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