Verlaufsbericht
Geringe Kursbewegungen an den Europäischen Börsen

Reuters FRANKFURT. Die europäischen Börsen haben am Donnerstagmittag kaum verändert tendiert. An einigen Aktienmärkten wurden nach Händlerangaben wieder die schwergewichtigen Telekomwerte nachgefragt, was die führenden Marktbarometer leicht beflügeln konnte. Bei den Pharmawerten ging es dagegen bergab, nachdem die Aktien der US-Firma Eli Lilly am Mittwoch um 31 % eingebrochen waren. Der Patentschutz für Prozac, das wichtigste Medikament von Eli Lilly, läuft gemäß eines Gerichtsentscheids bereits 2001 und nicht erst 2003 aus. Dies dürfte die Gewinn- und Umsatzmargen des US-Pharmakonzerns deutlich belasten.

Die internationalen Vorgaben waren durchmischt. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index war am Mittwoch 0,13 % höher auf 3 853,50 Zählern aus dem Handel gegangen. Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte fiel dagegen um 0,65 % auf 10 905,83 Zähler.

Der S&P-Future wies mit einem Plus von 3,70 Punkten am Donnerstag auf eine freundliche Eröffnung an der Wall Street hin. Auch der Nasdaq-100-Future signalisierte mit einem Aufschlag von 36,50 Zählern einen festeren Trend bei den US-Technologiewerten.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz stieg bis zum frühen Nachmittag um 0,35 % auf 4 978 Zähler, der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) kletterte um gut ein Prozent auf 5 210 Punkte.



London - FTSE-Index etwas leichter

An der Londoner Börse ist der FTSE-100-Index bis zum frühen Nachmittag um 0,4 % auf 6 389 Punkte gesunken. Insbesondere Pharmawerte standen nach dem Kurssturz bei Eli Lilly unter Abgabedruck. Glaxo Wellcome brachen um 3,4 Przent, SmithKline Beecham um 2,3 und AstraZeneca um 3,2 % ein. Der Rest des Marktes sei relativ ruhig, sagten Börsianer. Die indexschwergewichtigen HSBC stiegen um rund ein Prozent, was Händler auf den festen Schluss an der Hongkonger Börse zurückführten. National Power gehörten mit einem Plus von 4,7 % zu den größten Gewinnern. Händler sprachen von Anschlusskäufen. Die britische Regierung hatte zuvor ihre "Goldene Aktie" abgegeben.



Zürich - SMI-Index kaum verändert

Die Schweizer Börse tendierte am frühen Nachmittag kaum verändert. Der SMI-Index notierte 0,01 % tiefer auf 8 245,9 Punkten. Bei 8 315 stoße der SMI auf einen Widerstand, sagten Händler. Unterstützung finde er bei 8 170 und darunter bei 8 140 Punkten. Nach anfänglichen Gewinnmitnahmen nahmen UBS den Aufwärtstrend wieder auf und gewannen einen sfr auf 260,50 sfr. Die Schwergewichte Nestle, Novartis und Roche ermäßigten sich. Händler verwiesen auf den Kurseinbruch bei Eli Lilly. Novartis sanken 25 sfr auf 2 597, Roche 160 sfr auf 16 420 und Serono um 24 sfr auf 1 900 sfr.



Paris - CAC-Index von France Telecom beflügelt

In Paris präsentierte sich die Börse am frühen Nachmittag freundlich, der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen stieg um 0,5 % auf 6 600 Punkte. Händler sagten, dass die Kursaufschläge bei France Telecom den Gesamtmarkt beflügelt hätten. Die Telekomaktie sprang um 3,4 %. Das Unternehmen hatte am Morgen unerwartet gute Halbjahreszahlen vorgestellt. Cap Gemini gaben dagegen um 1,9 % ab, nachdem Lehman Brothers die Aktie auf "neutral" von zuvor "outperform" heruntergestuft hatte.



Mailand - MIB-30-Index freundlich

Bei dünnen Umsätzen hat sich der Mailänder Aktienmarkt am frühen Nachmittag freundlich präsentiert. Der MIB-30-Index stieg um 0,4 % auf 47 563 Zähler. Ein Händler sagte, dass der Markt eine Pause brauche, da er überkauft sei. Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen die Aktien der Telekomunternehmen. Telecom Italia zogen um 1,2 %, TIM um 2,1 %, Olivetti um 2,4 % und Tecnost um 1,7 % an. Europaweit zeigten sich die Telekomwerte überwiegend in guter Verfassung.

Madrid - Ibex-Index sehr fest

An der Börse in Madrid verbesserte sich der Ibex-35-Index um 1,5 % auf 11 115 Punkte. Händler führten den Aufschwung auf die Gewinne bei Indexschwergewicht Telefonica zurück. Der Telekomwert kletterte um 3,3 % auf 24,77 Euro. Die höhere Gewichtung der Aktie ab diesem Donnerstag habe zu den Kursgewinnen geführt, sagte ein Händler. Die ebenfalls schwergewichtigen Repsol YPF verteuerten sich um 1,8 %, nachdem der Ölkonzern unerwartet gute Halbjahresergebnisse präsentiert hatte.

Amsterdam - AEX-Index in freundlicher Stimmung

An der Amsterdamer Börse sind die Kurse leicht gestiegen. Der AEX-Index kletterte bis zum frühen Nachmittag um 0,4 % auf 686,6 Punkte. Größter Kursgewinner waren die Dividendenpapiere der Zeitarbeitsfirma Vedior, die um gut 30 % auf 15,15 Euro in die Höhe sprangen. Im Verlauf hatte der Wert sogar ein neues Jahreshoch bei 15,55 Euro markiert. Das Unternehmen hatte unerwartet gute Halbjahresergebnisse vorgelegt. Zudem habe es der Markt positiv gesehen, dass das Unternehmen einen neuen Verwaltungsratsvorsitzenden bekommt, hieß es.



Wien - ATX-Index gut behauptet

Der Wiener Aktienmarkt tendierte am frühen Nachmittag mit 1 182,78 (1 180,93) Punkten im ATX bei insgesamt sehr geringem Umsatz gut behauptet. "Wir haben eine leicht freundliche Grundtendenz, das ist es aber auch schon", sagte ein Händler, "das Geschäft ist auffallend ruhig". Erste Bank, die am Morgen für das erste Halbjahr 2000 einen um 24,8 % auf 93,5 Mill. Euro gesteigerten Konzernüberschuss bekannt gegeben hatten, stiegen auf 47,89 (47,24) Euro. "Das Ergebnis ist leicht über unseren Erwartungen, aber es tut sich sehr wenig in der Aktie", erklärte ein Börsianer.



Brüssel - BEL20-Index mit minimalen Aufschlägen

In Brüssel stieg der Bel20-Index bis zum frühen Nachmittag um 0,08 % auf 3 167 Punkte. Vor dem verlängerten Wochenende hielten sich viele Investoren zurück, sagte ein Händler. Am Dienstag ist ein Feiertag in Belgien. An der Brüsseler Börse kann aber gehandelt werden. Ein Großteil der Markteilnehmer werde aber am Montag und Dienstag nicht erscheinen, hieß es. Die Aktien des Elektronikkonzerns Barco erhöhten sich um 3,8 % auf 127,20 Euro und bauten damit ihre Gewinne vom Mittwoch weiter aus. Nachdem der Titel im bisherigen Jahresverlauf verschmäht worden sei, hätten die Börsianer den High-Tech-Wert nun wiederentdeckt, hieß es. UCB gaben um 1,6 % nach, was Händler auf Gewinnmitnahmen zurückführten.



Stockholm - OMX-Index kaum bewegt

Kaum bewegt hat sich die Stockholmer Börse am frühen Nachmittag präsentiert. Der OMX-Index notierte 0,2 % niedriger auf 1 303 Punkten. Händler sprachen von leichten Gewinnmitnahmen. Marktschwergewicht Ericsson gab um eine Schwedische Krone auf 176 Kronen nach, was Börsianer auf Gewinnrealsierungen zurückführten. Die Aktien der Finanzgruppe Skandia verbilligten sich um zwölf Kronen auf 174 Kronen. Am Vorgag hatten sie nach der Veröffentlichung von guten Halbjahreszahlen zugelegt. AstraZeneca fielen 15 Kronen auf 386 Kronen. Händler sagten, der Wert leide unter dem Kurssturz beim US-Pharmaunternehmen Eli Lilly.

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