Verleger fordern niedrigere Preise
14 Regionalzeitungen verzichten einen Tag auf dpa

Aus Protest gegen die Preispolitik der Deutschen Presse-Agentur (dpa) wollen 14 Regionalzeitungen für einen Tag auf die Dienste des Nachrichtenlieferanten verzichten.

Reuters KÖLN. Am Mittwoch, wenn sich in Hamburg die Gesellschafter der dpa zu ihrer jährlichen Hauptversammlung treffen, würden unter anderem die "Passauer Neue Presse" (PNP), der "Münchener Merkur" und auch die "Westdeutsche Allgemeine" keine dpa-Berichte abdrucken, bestätigte Initiator und PNP-Chefredakteur Michael Backhaus einen Bericht des Mediendienstes "kressreport" am Dienstag. Die "Märkische Oderzeitung" habe sich der Aktion der zunächst 13 Blätter noch angeschlossen.

"Es kann nicht sein, dass die Agentur der Verlage auf die Verlage keine Rücksicht nimmt", erläuterte Backhaus und forderte ein flexibleres Angebot. Die Zeitungen kämpften mit der größten Krise der Nachkriegszeit und müssten Personal abbauen. "Die dpa muss uns helfen, mit dem Kostendruck fertig zu werden."

Die Deutsche Presse-Agentur gehört etwa 200 Verlagen, Verlegern und Rundfunkgesellschaften. Eine Sprecherin wollte die Aktion der 14 Zeitungen nicht kommentieren. Auf der Gesellschafterversammlung am Mittwoch würden alle anstehenden Themen besprochen, hieß es lediglich in einer Mitteilung.

Die dpa-Kunden kritisieren seit langem das Angebot als zu unflexibel, weil ein umfangreicher Dienst zu hohen Preisen abgenommen werden muss. Zwar seien die Preise der dpa in den vergangenen zehn Jahren unverändert geblieben, sagte Backhaus. "Aber Preis und Leistung stehen schon länger nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis", fügte er hinzu. Mit der Aktion am Mittwoch wollten die Zeitungen ein deutliches Signal setzen. Es ginge aber nicht darum, auf dpa ganz verzichten zu wollen.

Auch Helmut Heinen, Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitschriftenverleger (BDZV), plädierte auf dem Medienforum NRW in Köln für mehr maßgeschneiderte Angebotspakete der dpa. Auf der Gesellschafterversammlung der Agentur in Hamburg werde das sicher ein Thema sein, ein neues Konzept gebe es aber noch nicht. "Das ist ein Prozess, der noch nicht so weit fortgeschritten ist", sagte Heinen.

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