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Verleger: Publikumszeitschriften sind Gewinner der Internet-Ära

Die deutschen Publikumszeitschriften profitieren vom Internet-Zeitalter. Befürchtungen über einen Verlust von Anzeigen und Lesern durch die neuen Online-Medien hätten sich nicht bestätigt, sagte Karl Dietrich Seikel, Vorstand für Publikumszeitschriften im Verband der Deutschen Zeitschriftenverleger (VDZ), am Mittwoch in Berlin. Die Auflage sei vom zweiten zum dritten Quartal 2000 um zwei Mill. auf 130 Mill. Exemplare gestiegen.

dpa BERLIN. Die Zukunft der Zeitschriften und ihr Verhältnis zum Internet wollten die Verleger auf ihrer Jahrestagung in Berlin an diesem Mittwoch und Donnerstag erörtern. Als prominentester Gast soll am Donnerstag Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) zum VDZ sprechen.

Rund um das Internet seien viele neue Titel erschienen, auch im Anzeigengeschäft verbuchten die Magazine erhebliche Zuwächse mit Internetfirmen. "Mit den Anzeigen werden die Surfer in das Netz geholt", sagte Seikel. Zeitschriften mit einem etablierten Markennamen wie "Focus", "Tomorrow" oder "Spiegel" hätten im Internet eigene Angebote gestartet. Bei der Online-Werbung rechnet der Verband in diesem Jahr mit einem Umsatz von 300 Mill. DM und einer Verdoppelung im Jahr 2001.

Auf dem Anzeigenmarkt zeichne sich dieses Jahr eine Steigerung um 11 % gegenüber dem Vorjahr auf einen Rekordumsatz von 8 Mrd. DM ab, sagte Seikel. Die Zuwachsraten gingen vor allem auf den Boom der Wirtschaftsmagazine zurück, die ihre Anzeigenerlöse um 57 % gegenüber dem Vorjahr erhöhten, gefolgt von den EDV- Magazinen (29,1 %) und den aktuellen Zeitschriften und Nachrichtenmagazinen (11 %). Allein in den ersten 9 Monaten dieses Jahres seien 300 neue Titel auf den DM gekommen. Rund 200 Publikationen seien eingestellt worden.

Eine ähnlich positive Bilanz ziehen die Verleger von Fachpublikationen. Mit einem Jahresumsatz von 4,5 Mrd. DM hätten die Verlage von Fachzeitschriften 1999 nur vier Prozent ihres Umsatzes mit elektronischen Produkten einschließlich Internet erwirtschaftet. Dies belege, dass der Printumsatz nach wie vor die größte Einnahmebasis darstellt, sagte Uwe Hoch, Vorstand für Fachmedien im VDZ. Der Online-Sektor sei nach wie vor von sehr hohen Investitionen geprägt.

Weniger positiv fällt die Bilanz für die konfessionelle Presse aus. Die Auflagen seien im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig und hätten sich bei insgesamt 60 Titeln auf 4 Mill. verkaufter Exemplare pro Erscheinungsintervall eingependelt. Dagegen sei der Umsatz im Anzeigengeschäft je nach Publikation zwischen 9 und 6 % per Ende Oktober 2000 gestiegen, hieß es.

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