Verlegerverband spricht von „unglücklichem Einzelfall“
Motor-Presse will wieder in die IVW zurückkehren

Die Motor-Presse ("Auto, Motor und Sport", "Connect"), die letzte Woche aus der IVW ausgetreten war, will mittelfristig wieder in das Selbstkontrollorgan für die Auflagen zurückkehren. Das bestätigte die Stuttgarter Verlagsgruppe, die die IVW wegen falscher Auflagenmeldungen mit ihren 16 geprüften Zeitschriftentiteln verlassen hatte.

DÜSSELDORF/HAMBURG. "Es steht außer Frage, dass wir wieder in die IVW wollen", sagte Sprecherin Doris Mittwoch dem Handelsblatt. Die Auflagenzahlen der IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern) sind die Grundlage für die Anzeigenpreise.

Die Vereinigten Motor-Verlage, so der Name der ausgetretenen Verlagstochter, sind der IVW willkommen, wenn entsprechende personelle und strukturelle Veränderungen vorgenommen werden. Georg Wronka, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW), sagte: "Bedingung ist, dass alle Dinge in Ordnung gebracht werden." Die IVW ist eine Unterorganisation des ZAW.

Die Motor-Presse hat erste Schritte unternommen. Neuer Chef des schwäbischen Unternehmens wird der frühere Zeitschriftenvorstand des Axel Springer Verlags, Christian Delbrück (57). Die Stuttgarter erhalten beim Umbau Unterstützung durch den Printkonzern Gruner+Jahr (G+J). Die G+J-Manager Hartmut Bühne und Friedrich Wehrle begleiten die Neustrukturierung aber nur bis Ende April kommenden Jahres.

In G+J-Kreisen wird davon ausgegangen, dass die Geschäftsführer der Bertelsmann-Tochter bereits einen geplanten Einstieg vorbereiten sollen. Ein G+J-Sprecher in Hamburg weist diese Spekulation strikt zurück: "Wir sind nicht an einer Übernahme der Vereinigten Motor-Verlage interessiert."

Die IVW gibt sich trotz des Skandals um falsche Auflagenzahlen für die Zukunft optimistisch. "Ich sehe unsere Glaubwürdigkeit in keinster Weise erschüttert", sagte Wronka. Dennoch diskutiere die 1949 gegründete Informationsgemeinschaft, wie der Prüfungsmechanismus verbessert werden kann. "Wir überlegen zusätzliche Prüfaspekte, damit wir unsere Arbeit noch intensivieren können."

Die Zeitungsverleger unterstützen die IVW im aktuellen Konflikt. Eine Sprecherin des Axel Springer Verlags erklärte: "Ich sehe keinerlei Indiz, dass die harte Währung IVW erschüttert ist." Auch der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Berlin ist überzeugt: "Die IVW geht aus dieser Geschichte unbeschadet heraus." Sprecher Hans-Joachim Fuhrmann fügte allerdings an: "Ohne den Fall verharmlosen zu wollen, Unregelmäßigkeiten sind natürlich nie ganz auszuschließen. Hier handelt es sich aber um einen unglücklichen Einzelfall."

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