Verlegung der Aktivitäten nach Ost-Europa
Biogen: Avonex ab 2001 "Blockbuster"

Das Medikament soll in diesem Jahr rund 800 Mill. Dollar Umsatz einbringen.

vwd BERLIN. Das Biotechnologieunternehmen Biogen Inc., Cambridge/MA, erwartet, dass das Medikament Avonex im Jahr 2001 zum "Blockbuster" wird, das heißt die Umsatzschwelle von einer Mrd Dollar durchbricht. Wie Frank Alkenbrecher, Vertriebschef von Biogen Deutschland, am Montag in Berlin mitteilte, soll Avonex dieses Jahr etwa 800 (484) Mill. Dollar Umsatz einbringen. Dies entspräche einem Plus gegenüber 1999 von 67 %. Mit dem Medikament, das die Multiple Sklerose (MS) verlangsamt, erwirtschafte der größte Konkurrent der Schering AG, Berlin, bei MS-Präparaten derzeit rund 80 Prozent seines Umsatzes.

Die Zulassung des Medikaments Amevive, ursprünglich für 2001 vorgesehen, werde sich bis 2002 verschieben. Als Grund nannte Alkenbrecher Verzögerungen bei der Rekrutierung von Patienten für die erste klinische Testphase, die inzwischen abgeschlossen ist. Amevive ist ein gentechnisch verändertes Protein, das bei mittlerer und schwerer Schuppenflechte zur Anwendung kommen soll. Da allein in Deutschland 1,2 Mill. Menschen unter Schuppenflechte litten, hält Biogen auch Amevive für einen potenziellen "Blockbuster". Die US-Firma Genetech liege mit einem Konkurrenzprodukt ein halbes Jahr hinter dem Zeitplan von Biogen zurück.

Zusammen mit der Markteinführung von Amevive im Jahr 2002 werde Biogen möglicherweise seine Aktivitäten nach Osteuropa ausdehnen, sagte Patrick Vink, der seit Juli den Bereich Deutschland und Österreich leitet. In Deutschland werden nach Angaben von Biogen derzeit etwa 5 000 Patienten mit dem Interferon Avonex behandelt; weltweit sind es 86 000. Damit habe Biogen in Deutschland einen Marktanteil von etwa 33 %. Derzeit würden jedoch nur 12 000 bis 14 000 der 120 000 deutschen MS-Patienten mit Interferon behandelt. Das Potenzial liege bei 60 000 bis 70 000 Patienten, sagte Alkenbrecher. "Das ist weniger ein Kampf gegen die Konkurrenten als ein Kampf gegen den unbehandelten Patienten."

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