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Verletzte bei Selbstmordanschlag in Kabul

Bei einem Selbstmordanschlag im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul sind drei Soldaten der Internationalen Schutztruppe Isaf und vier Afghanen verletzt worden. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums waren keine deutschen Soldaten von der Explosion betroffen.

dpa KABUL. Bei einem Selbstmordanschlag im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul sind drei Soldaten der Internationalen Schutztruppe Isaf und vier Afghanen verletzt worden. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums waren keine deutschen Soldaten von der Explosion betroffen.

Ein Isaf-Sprecher in Kabul sagte, zur Nationalität der Verletzten könne er zunächst keine Angaben machen. Einer der Soldaten habe eine schwere Bauchverletzung erlitten, die anderen beiden seien leichter verletzt worden. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem ersten Selbstmordanschlag auf die Isaf seit Januar dieses Jahres.

Taliban-Sprecher Abdul Latif Hakimi sagte der Deutschen Presse- Agentur (dpa): "Jeder, der dieses Land besetzt, wird sich in den kommenden Tagen und Wochen solchen Anschlägen ausgesetzt sehen." Mit rund 2000 Soldaten stellt Deutschland das größte Kontingent der Schutztruppe. Nach Angaben von Kabuls Polizeichef Baba Jan starb der Attentäter, als drei von sechs an seinem Körper befestigte Handgranaten detonierten. Die Explosion ereignete sich in einer Einkaufsstraße in Kabuls Innenstadt, die Ausländer oft besuchen.

Es war der erste schwere Anschlag seit der afghanischen Präsidentenwahl am Samstag vor zwei Wochen. Den Taliban war es entgegen ihrer Drohungen nicht gelungen, den Urnengang maßgeblich zu stören. Nach Auszählung von 81 Prozent der geschätzten abgegebenen Stimmen lag der amtierende Übergangspräsident Hamid Karsai am Samstagabend mit 54,6 Prozent weiterhin klar vor seinen 17 Herausforderern. Auf Karsai folgte der frühere Erziehungsminister Junus Kanuni, der nach Angaben der afghanischen Wahlbehörde 17,0 Prozent der ausgezählten Stimmen aus sich vereinen konnte.

Es wird damit gerechnet, dass Karsai noch vor Auszählung aller Stimmen in den nächsten Tagen als Wahlsieger feststehen wird. Ein offizielles Endergebnis soll erst einige Tage nach Abschluss der Auszählung verkündet werden. Eine internationale Kommission untersucht derzeit noch Beschwerden der Kandidaten wegen Unregelmäßigkeiten bei der Wahl. Ein Wahlsieg Karsais, der besonders von den USA gestützt wird, war allgemein erwartet worden.

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