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Verletzte bei Unwetter über Deutschland

Heftige Unwetter vor allem im Südwesten Deutschlands haben am Donnerstag mit entwurzelten Bäumen, überspülten Straßen oder voll gelaufenen Kellern für Millionenschäden gesorgt.

dpa HAMBURG/MÜNCHEN. Heftige Unwetter vor allem im Südwesten Deutschlands haben am Donnerstag mit entwurzelten Bäumen, überspülten Straßen oder voll gelaufenen Kellern für Millionenschäden gesorgt.

Allein in Bayern wurden nach Polizeiangaben vom Freitag mindestens 23 Menschen verletzt. Mancherorts verursachten Blitzeinschläge Stromausfälle. Sturmböen knickten zahlreiche Bäume um und blockierten Bahnlinien, ein Regionalzug entgleiste, Wassermassen ergossen sich in Keller und Unterführungen. In zahlreichen Gemeinden fiel der Strom aus, teilte die Polizei mit.

In Bayern hinterließ das Unwetter eine Spur der Verwüstung. Obwohl das Gewitter nur eine knappe Dreiviertelstunde tobte, legte es den Verkehr vor allem in Oberbayern für längere Zeit lahm. Orkanartige Windböen mit einer Stärke von bis zu 130 Stundenkilometern und Starkregen zwangen Züge, Flugzeuge und Autos zum Stillstand. Die Telefone bei Feuerwehr und Polizei standen nicht still. Der schwerwiegendste Vorfall ereignete sich auf einem Volksfest in Dachau. Eine Sturmböe riss Teile eines Bierzeltdachs davon. Zwölf Menschen wurden von herabfallenden Balken getroffen und teils schwer verletzt.

Im bayrischen Riederau erlitten drei Menschen leichte Verletzungen, als ein Regionalzug aus den von einem querliegenden Baum blockierten Gleisen sprang. Im schwäbischen Landkreis Aichach- Friedberg wurde ein 39-jähriger Zimmerer schwer verletzt, als er von einer Böe erfasst wurde und dabei von einer Leiter stürzte. Das Unwetter überraschte mehrere Wassersportler. Elf Menschen mussten in Bayern aus Seenot gerettet werden. Die Bahn hatte auch am Freitag noch mit den Folgen des stürmischen Abends zu kämpfen.

Chaos auch am Flughafen in München: Sturmböen von bis zu 120 Stundenkilometern auf den Start- und Landebahnen legten für eine Dreiviertelstunde den gesamten Flugverkehr lahm. 150 Starts und Landungen fanden verspätet statt, 36 Flüge mussten Donnerstag gänzlich abgesagt werden. Nur die Kraft einer Sturmböe setzte eine Boeing 737 in Bewegung. Das leere Flugzeug wurde gegen eine Fluggastbrücke gedrückt und dabei an einer Tragfläche beschädigt.

In Nordrhein-Westfalen hat das Unwetter mit heftigem Regen und stürmischen Böen Sachschäden in Millionenhöhe angerichtet. Nach den Wolkenbrüchen am Donnerstag rückten die Einsatzkräfte hunderte Male aus. Sie pumpten voll gelaufene Keller und Wohnungen leer und räumten umgestürzte Bäume von Straßen und Bahnstrecken.

Die Unwetter überquerten am Donnerstagnachmittag den Westen und Süden und erreichten am Abend auch die Schweiz. Am Bodensee gerieten bei Gewittern mit Sturmböen mehrere Segelboote in Seenot. Zwei Menschen wurden leicht verletzt.

In der Schweiz erreichten die Sturmböen Windgeschwindigkeiten von bis zu 135 Kilometern pro Stunde. Das Unwetter war in Baden- Württemberg und der Schweiz von einem ungewöhnlich kräftigen Temperatursturz begleitet. Nach Messungen der Wetterdienste sanken die Werte in etwa zwei Stunden um zehn bis 18 Grad. Besonders markant war die Abkühlung in Karlsruhe: Dort wurden nach einer Spitzentemperatur von 34 Grad am Abend nur noch 16 Grad verzeichnet.

Am Freitagmorgen hatte sich die Wetterlage weitgehend beruhigt. Mit der schweißtreibenden Hitze ist es vorerst vorbei: Regenschauer sorgen laut Wettervorhersagen für Abkühlung, die Temperaturen liegen zwischen 19 und 26 Grad, teilte der Wetterdienst Meteomedia mit.

Vorteile hatten die ergiebigen Regenfälle für die Region Berlin und Brandenburg: Dort bannten sie die seit langem bestehende Waldbrandgefahr. In fünf brandenburgischen Landkreisen und kreisfreien Städten galt am Freitag nur noch die niedrigste Warnstufe.

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