Archiv
Verletzung stoppt Kiefer - Agassi souverän ins Viertelfinale

Nach einem Tennis-Drama in fünf Sätzen hat Nicolas Kiefer seinen zweiten Viertelfinal-Einzug bei den US Open verpasst. Kiefer musste sein Achtelfinalmatch gegen den Briten Tim Henman beim Stand von 7:6 (7:5), 3:6, 1:6, 7:6 (7:4), 0:3 aufgeben.

dpa NEW YORK. Nach einem Tennis-Drama in fünf Sätzen hat Nicolas Kiefer seinen zweiten Viertelfinal-Einzug bei den US Open verpasst. Kiefer musste sein Achtelfinalmatch gegen den Briten Tim Henman beim Stand von 7:6 (7:5), 3:6, 1:6, 7:6 (7:4), 0:3 aufgeben.

Grund war eine Verletzung am rechten Handgelenk. Geburtstagskind Henman steht damit erstmals in New York in der Runde der besten Acht. Letzter von elf gestarteten Deutschen im Wettbewerb ist Thomas Haas. Der Hamburger bestreitet sein Achtelfinale gegen das den Tomas Berdych aus Tschechien.

Auch Roger Federer erreichte wegen einer Verletzung seines Gegners Andrei Pavel das Viertelfinale, der Rumäne trat wegen eines Bandscheibenvorfalls gar nicht erst an. Der topgesetzte Schweizer steht erstmals überhaupt in New York in der Runde der letzten Acht, wo es ein Duell gegen Andre Agassi geben wird. Agassi gewann in New York 6:3, 6:2, 6:2 gegen den Armenier Sargis Sargsian. Der Slowake Dominik Hrbaty ist nach dem 2:6, 3:6, 6:3, 6:4, 6:0 über den Belgier Olivier Rochus nächster Gegner des Briten Tim Henman.

Nicolas Kiefer ging beim Stand von 0:3 und 30:0 im fünften Durchgang zu seinem Stuhl und ließ sein Handgelenk untersuchen, das er sich bei einem Volley beim Punkt zuvor angeknackst hatte. "Der Daumen ist sofort angeschwollen, ich konnte den Schläger kaum noch halten", berichtete Kiefer, der bei seinem verletzungsbedingten Aus gegen Henman einen Sehnenanriss im rechten Handgelenk erliltten hat. Bei einer Untersuchung in New York bestätigten sich Befürchtungen auf eine Fraktur damit nicht. Da Kiefer nach ärztlichen Angaben aber dennoch zwischen drei und sechs Wochen pausieren muss, fällt er für das Daviscup-Aufstiegsspiel in der Slowakei aus. Die Begegnung in Bratislava findet vom 24. bis 26. September statt.

Der Niedersachse wollte kein mehr Risiko eingehen, beendete das Match gegen Henman und erlitt damit das selbe Schicksal wie Florian Mayer, der gegen Andre Agassi wegen einer Oberschenkelblessur hatte passen müssen. "Das ist natürlich enttäuschend. Ich hatte mir eine Chance auf das Viertelfinale oder mehr ausgerechnet. Aber die Vernunft hat gesiegt", sagte Kiefer.

Bis zum plötzlichen, unglücklichen Ende nach 3:41 Stunden hatte er ein ständiges Auf und Ab erlebt. An Henmans 30. Geburtstag war führte er nach gut zehn Minuten schon 4:0. Doch das war der Weckruf für den Briten: Nach dem völlig verschlafenen Start setzte er Kiefer in einem kuriosen ersten Satz unter Druck und ging 6:5 in Führung. Nichts war zu spüren von bisher schon zwei Fünf-Satz-Spielen in Flushing Meadows, auch die Rückenprobleme, die Henman auf zu viel Golf nach Wimbledon zurückführt, waren ihm nicht anzumerken. Dafür heiterten ihn einige Fans mit "Happy Birthday, Tim!"-Rufen auf.

Unter Druck riss sich Kiefer vor den anfangs spärlich besetzten Rängen des 23 000 Zuschauer fassenden Arthurs-Ashe-Stadiums dann zusammen holte sich zumindest den Tiebreak. Im zweiten Durchgang führte er schon 3:1, schlug dann aber zu schwach auf. Mit zehn Spielgewinnen nacheinander schaffte der viermalige Wimbledon-Halbfinalist Henman zunächst den Ausgleich, nahm Kiefer damit als erster Spieler im laufenden Turnier einen Satz ab und verschaffte sich im dritten Durchgang wieder eine klare Führung.

Vor dem vierten Satz ließ sich Kiefer kurz am unteren Rücken behandeln und fing sich wieder einigermaßen. Als er nach einem weiteren vergebenen Volley den Ball jedoch frustriert aus dem riesigen Stadion drosch, kassierte er bei einer 5:4-Führung seine zweite Verwarnung und damit sogar einen Punktabzug. Zwei enge, aber korrekte Entscheidungen brachten Kiefer, der sich um Satzbälle gebracht sah, beim 6:5 noch mehr in Rage. Im Tiebreak behielt er wieder die Nerven. Henman konterte mit einem Break zum 2:0 im fünften Satz und verwehrte Kiefer das sofortige Rebreak, ehe er unerwartet schnell seinen sechsten Sieg im neunten Vergleich sicher hatte.

Mit dem ersten Viertelfinal-Einzug will sich Roger Federer dort nicht zufrieden geben, doch der Schweizer trifft im ersten Gipfeltreffen des Herren-Wettbewerbes auf Publikumsliebling Agassi. Federer sparte mit seinem kampflosen Erfolg über den verletzten Rumänen Andrei Pavel Kraft, aber auch Agassi verrichtete gegen den Armenier Sargis Sargsian nur Kurzarbeit. Der 34-jährige Altmeister heizte die Erwartungen kräftig an: "Man kann nicht mehr verlangen, als bei einem großen Turnier in so einer Atmosphäre gegen den besten Spieler der Welt zu spielen. Es wird Zeit für das beste Tennis. Und es ist besser, gleich zu Beginn die besten Schläge auszupacken und den Fuß nicht vom Gaspedal zu nehmen."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%