Verlierer unter den Aktien
Preussag: Vorerst nur geringe Einbußen

Europas größter Reisekonzern Preussag rechnet nach den Terroranschlägen in den USA zunächst nur mit geringen Einbußen in seinem Touristikgeschäft.

Reuters HANNOVER. "Die wirtschaftlichen Auswirkungen sind für uns begrenzt, weil Reisen in die USA nur einen kleinen Anteil an unserem Gesamtgeschäft haben", sagte ein Preussag-Sprecher am Mittwoch. Dennoch war die Preussag-Aktie wie bereits am Vortag einer der größten Verlierer im Deutschen Aktienindex und rutschte vorübergehend auf ein neues Jahrestief von 26,60 ?. Auch bei den führenden Anbietern für USA-Reisen aus Deutschland, den Veranstaltern Meier's Fernreisen und Dertour der Rewe Touristik-Gruppe, erwartet man allenfalls für das Reiseziel New York langfristig deutlich weniger Reisen als bisher.

Dort war das World Trade Center nach Anschlägen mit zwei gekaperten Flugzeugen am Dienstag eingestürzt. Alle Reisekonzerne in Deutschland haben nach den Terroranschlägen für diese Woche sämtliche USA-Reisen kostenlos storniert und bieten diese Möglichkeit auch für die kommenden zwei Wochen an.

Beim wichtigsten Veranstalter des Preussag-Konzerns, Tui, seien im vorigen Jahr nur rund 125 000 der 6,5 Mill. Gäste in die USA gereist, sagte ein Sprecher. Im Gegensatz zu anderen Reisezielgebieten wie Spanien oder Türkei verfügt Preussag in den USA über keine eigenen Hotelbetten. Damit sind die Vorkosten und damit auch das finanzielle Risiko bei kurzfristigen Rückgängen der Nachfrage geringer.

Die Preussag-Aktie verlor an der Frankfurter Börse am Mittwoch weniger stark als am Vortag unmittelbar nach Bekanntwerden der Anschläge. Am späten Nachmittag notierte die Aktie mit einem Minus von gut 6 % bei 27,80 ?.

USA-Reisen machen bei allen Veranstaltern nur einen kleinen Anteil des Geschäfts aus. Auch beim Marktführer Rewe Touristik sind dies nach Angaben einer Sprecherin nur 5 bis 6 %. Dass die USA als Reiseziel in Folge der Anschläge mittels entführter Flugzeuge künftig nicht mehr gefragt sei, glaube sie nicht. Langfristig werde wohl nur New York kaum gefragt sein. "Da wird nach den Anschlägen sicher noch lange Zeit das Gefühl der Angst bleiben", sagte Dertour-Sprecherin Anke Dannler. Es gebe aber auch Kunden, die ihre für die kommende Woche gebuchte USA-Reise antreten wollten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%