Verlust beläuft sich auf 21,12 Mill. Euro nach 0,84 Millionen Euro im Vorjahr
PopNet weitet Verlust in 2000 deutlich aus

Reuters Hamburg. Der IT PopNet Internet AG-Dienstleister hat im Geschäftsjahr 2000 bei steigenden Umsätzen seinen Verlust stark ausgeweitet. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) belaufe sich auf 21,12 Millionen Euro nach einem Verlust von 0,84 Millionen Euro im Vorjahr, teilte das am Neuen Markt gelistete Unternehmen am Dienstag in Hamburg mit. Der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) habe sich auf 12,06 Millionen Euro von minus 500.000 Euro ausgeweitet. Der Umsatz sei auf 21,9 (1999: 5,62) Millionen Euro gestiegen. Weiter teilte die Gesellschaft mit, sie trenne sich von ihrem Anteil an dem Softwareentwickler Agentscape. Für das laufende Geschäftsjahr 2001 strebt die Gesellschaft nach Angaben von Finanzvorstand Thomas Rabe ein positives Ebit von 1,5 Millionen Euro bei einem Umsatz von 51,3 Millionen Euro an. Die PopNet-Aktie gehörte am Dienstagvormittag in einem festen Marktumfeld zu den größten Verlierern des Wachstumssegments.

PopNet Finanzvorstand Thomas Rabe sagte der Nachrichtenagentur Reuters, das Ergebnis 2000 werde vor allem von Investitionen in die Gründung neuer Tochtergesellschaften belastet. So habe PopNet Gesellschaften in der Ukraine und in Indien sowie drei Töchter in Deutschland gegründet. Durch die Entscheidung, sich von den bisher gehaltenen 59,8 Prozent an Agentscape zu trennen, ergebe sich eine einmalige Ergebnisbelastung von 5,439 Millionen Euro für 2000. Da die Gesellschaft jedoch mit 13,5 Prozent zum Verlust der Holding beigetragen habe, werde für 2001 mit einer Ergebnisverbesserung von zwei Millionen Euro für den Konzern gerechnet. Die weitere Finanzierung von Agentscape lasse sich sowohl unter den von PopNet zu Jahresbeginn vorgegebenen Zielen der Investitionsbündelung, Effizienzsteuerung und Profitabilitätserreichung als auch wegen der Realität an den Kapitalmärkten nicht länger rechtfertigen. Desweiteren habe der Entschluss von PopNet, bei der Zeitschrift "Gold" auszusteigen, das Jahresergebnis einmalig mit 5,4 Millionen Euro belastet. Zudem schlügen sich Investitionen in die Niederlassungen in Frankfurt und München und die im vergangenen Jahr getätigten Übernahmen auf das Ergebnis nieder.

Konzentration auf das Kerngeschäft

Rabe zufolge will PopNet im vierten Quartal 2001 operativ die Gewinnzone erreichen. Im Gesamtjahr 2001 strebe die Gesellschaft ein positives Ebit von 1,5 Millionen Euro nach einem operativen Verlust von 21,12 Millionen Euro im Vorjahr an. Rabe sagte, PopNet habe sich mit "Gold" und Agentscape von zwei Standbeinen getrennt und wolle sich nun auf sein Kerngeschäft IT-Dienstleistungen, das wesentlich profitabler laufe, konzentrieren. PopNet habe keine großen Verlustbringer mehr im Hause und es gebe keine großen Liquiditätslöcher zu stopfen. Das Geschäft im ersten Quartal laufe befriedigend bis gut und mit dem Auftragseingang, der voll im Plane liege, sei man sehr zufrieden. "Aufgrund der Umstrukturierungsmaßnahmen erwarten wir, unsere Ziele zu erreichen", sagte Rabe. Zudem habe die Gesellschaft ihre Investitionstätigkeiten im wesentlichen abgeschlossen.

Zum 31.12. 2000 habe PopNet über liquide Mittel von 7,2 Millionen Euro verfügt. "Das reicht uns bis zum Break Even", sagte Rabe. Aktuell beliefen sich die liquiden Mittel auf vier Millionen Euro bei einer Cash-Burn-Rate von 400.000 Euro pro Monat. Für das Gesamtjahr habe PopNet einen durchschnittlichen Finanzbedarf von fünf Millionen Euro. "Wir haben Kreditlinien, sind gut durchfinanziert und sehen der Zukunft gelassen entgegen", sagte Rabe. Popnet komme mit seinen Einnahmen übers Jahr. Händler sagten, die Zahlen für 2000 seien alles andere als berauschend. Das Ergebnisziel für 2001 sei sehr ambitioniert. Nur wenn das Unternehmen wirklich alles schaffe, was es sich vorgenommen habe, könnten die Ziele möglicherweise erreicht werden, sagte ein Börsianer. Momentan seien die Zahlen allerdings eher skeptisch zu sehen. Zudem seien die liquiden Mittel nicht sehr hoch. Die PopNet-Aktie fiel am Dienstagvormittag in einem festen Gesamtmarkt zeitweise um mehr als 16 Prozent. Gegen 10.35 Uhr MEZ lag das Papier noch gut zehn Prozent im Minus bei 5,25 Euro. Ihr Hoch verzeichneten PopNet Anfang Februar 2000 mit 97,99 Euro, das Tief Ende Dezember 2000 mit 2,68 Euro.

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