Verlust ist deutlich höher als der Umsatz
CAA-Vorstände treten wegen verfehlter Planzahlen zurück

Reuters/HB STUTTGART. Die zwei wegen Anteilsverkäufen vor einer spät erfolgten Gewinnwarnung in die Schlagzeilen geratenen Vorstände der CAA AG treten zurück. Damit wollen Hans-Peter Schmidt und seine ebenfalls in dem Gremium vertretene Ehefrau Gabriele Müller die Verantwortung für das deutliche Verfehlen der eigenen Planzahlen übernehmen. Mit jeweils 2,34 Mill. Aktien verfügen die beiden nach Angaben eines Unternehmenssprechers zusammen weiterhin über eine knappe Mehrheit.

Der Filderstädter Softwarehersteller teilte am Donnerstag mit, dass der Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) im Jahr 2000 nach vorläufigen Zahlen mit 22 Mill. DM um rund 10 Mill. DM höher ausgefallen sei als im Januar angekündigt. Der Umsatz habe mit 8,5 Mill. DM weit unter den in Aussicht gestellten 27,4 Mill. DM gelegen.

Der zuvor heftig unter Duck geratene Aktienkurs erholte sich zeitweise um mehr als 20 %, lag am Abend mit 9,60 Euro jedoch nur noch um 2 % im Plus. Vor der Anfang April ausgesprochenen Gewinnwarnung hatten Schmidt und Müller außerbörslich CAA-Papiere für je 28 Euro verkauft. Wenn sie am 14. Mai ihre Ämter niederlegen, müssen sie Aktienverkäufe nicht mehr melden. Ein CAA-Sprecher betonte, dass die Haltefrist für ihre Aktie noch bis Ende Juli gelte.

Der bisherige Vertriebs- und Technikvorstand Roland Ebner werde die Aufgaben des Vorstandschefs übernehmen. Nach neuen Vorständen werde intensiv gesucht.

Im Jahr vor dem Börsengang hatte CAA nach eigenen Angaben 6,7 Mill. DM umgesetzt und einen Verlust von 1,7 Mill. DM verbucht. CAA führte die Verfehlung der Planzahlen für 2000 auf Zahlungsprobleme zweier Kunden aus dem IT-Umfeld zurück. Die aus diesem Grunde nicht realisierten Softwarelizenzerlöse von 13,6 Mill. DM hätten unmittelbar auf das Ergebnis durchgeschlagen. Der testierte Jahres- und Konzernabschluss und eine neue Prognose für 2001 würden in Kürze veröffentlicht. Nach dem Regelwerk der Deutschen Börse hätte die Firma die endgültigen Geschäftszahlen Ende März vorlegen müssen.

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