Verlust reduziert
Advanced Medien sucht Fusionspartner

Der defizitäre Filmrechtehändler Advanced Medien will sich künftig zusammen mit einem finanzstarken Partner auf das Geschäft mit Filmproduktionen konzentrieren.

rtr MüNCHEN. "Wir sehen unsere Zukunft nicht auf der Filmrechtehandelsseite, sondern eher auf der Produktionsseite und dann auch nicht alleine", sagte Advanced-Medien-Chef Otto Dauer am Mittwoch in München. Die Konkurrenz im Filmverleih sei einfach zu groß. Erste Ergebnisse der Suche nach einem geeigneten Fusionspartner, der vornehmlich nicht börsennotiert ist und sich im Filmproduktionsgeschäft auskennt, will Dauer bis zur Hauptversammlung Mitte August präsentieren. Die Gespräche konzentrierten sich derzeit auf eine Gesellschaft, sagte er. Nachdem Advanced Medien im ersten Quartal den Verlust deutlich reduzieren konnte, sollte sich die Ergebnislage im zweiten Quartal nicht weiter verschlechtern. Am Neuen Markt stiegen die Advanced-Aktien zeitweise mehr als 40 % auf 0,3 ?.

Advanced Medien sieht sich als attraktiven Partner

Der wegen angeblicher Scheingeschäfte des früheren Führungsgremiums in die Schlagzeilen geratene Filmrechtehändler sieht sich trotz roter Zahlen als attraktiver Fusionspartner. Besonders für nicht börsennotierte Produktionsgesellschaften stelle Advanced Medien angesichts des vorhandenen Filmstocks und der Kompetenz bei der Refinanzierung von Filmprojekten einen interessanten Partner dar, sagte Dauer. Gemeinsam könnten Synergieeffekte gehoben werden. Ein möglicher Partner solle die Größenordnung von Advanced Medien haben. Bis zur Hauptversammlung Ende August hoffe Dauer, erste Ergebnisse präsentieren zu können. Aber auch ohne den angestrebten Zusammenschluss mit einer finanzkräftigen Gesellschaft erwartet Dauer, "dass es uns im nächsten Jahr auch noch gibt". Dann müssten eben Finanzinvestoren in die Bresche springen.

Verlustverringerung dank Kosteneinsparung

Nach einer deutlichen Verlustverringerung in den ersten drei Monaten 2002 rechnet Dauer mit einem ähnlichen Ergebnis auch im zweiten Quartal. "Wenn wir es auf dem Niveau des ersten Quartals halten können, ist das ein Erfolg", sagte er und fügte hinzu: "Sollte U.F.O. im zweiten Quartal erfolgreicher sein, als im ersten, dann könnte es auch besser aussehen." Vor Zinsen und Steuern habe der Filmrechtehändler von Januar bis März dank Kosteneinsparungen seinen Verlust (Ebit) auf eine Mill. ? von 2,9 Mill. ? im Vorjahreszeitraum reduziert. Die fast vollständig von der als Filmproduktionsgesellschaft tätigen 51-prozentigen US U.F.O. Unified Film Organization-Tochter L.L.C.. stammenden Umsätze hätten auf 5,8 Mill. ? von 0,67 Mill. ? im Vorjahreszeitraum zugelegt.

Gerichtsurteil über Scheingeschäfte für September erwartet

In der gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem Geschäftspartner Maxxfilm Produktions GmbH, dessen Geschäftsführer das frühere Advanced-Aufsichtsratsmitglied Herbert Jovy ist, werde ein erstinstanzliches Urteil bis September erwartet. Dauer wirft den ehemaligem Führungsgremium vor, den Umsatz mit Scheingeschäften mit der Maxxfilm aufgebläht zu haben. Erst Ende April hatte Advanced Medien deshalb die Jahresabschlüsse 1999 und 2000 korrigiert. Vergangene Woche hatte die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) Strafanzeige gegen Aufsichtsratsmitglied Jovy und sein einst im Advanced-Vorstand tätigen Sohn Hanns-Arndt Jovy gestellt. Herbert Jovy hatte die Vorwürfe gegen ihn zurückgewiesen. Advanced-Chef Dauer bereitet nach eigenen Angaben weitere Klagen gegen frühere Vorstände des Filmrechtehändlers vor.

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